«Helfen Sie mit, die Geschichte der Gemeinde Nottwil in Bildern festzuhalten!», bittet das Nottwiler Chronikteam die Bevölkerung der Gemeinde um Unterstützung. Gesucht sind dabei weniger Fotos der Gemeinde von heute, sondern hauptsächlich fotografische Zeitzeugnisse aus Nottwils Vergangenheit. Diese sollen nämlich in Form einer Fotosammlung zur bildlichen Aufarbeitung der Gemeindegeschichte dienen. Zwar seien der Gemeinde diverse historische Fotos und vor allem Luftaufnahmen erhalten geblieben, weiss Jacqueline Willimann, Leiterin des Nottwiler Chronikteams und ehemalige Gemeinderätin. Fotos, die das eigentliche Leben von Nahem zeigen, und Bilder von historischen Bauten seien weniger darunter, so Willimann: «Das ist schade! Dieses Kulturgut wollen wir für die Nachwelt sichern!»
Geschichte auf dem Dachboden
Verloren sind die alten Bilder für das Chronikteam und somit die Gemeinde jedoch nicht. «Fotos von damals gibt es noch ganz viele, sie liegen vielleicht einfach bei vielen Leuten unentdeckt irgendwo in einer Schachtel auf dem Dachboden», erzählt Jacqueline Willimann. Bei ihren Recherchen zu den historischen Beiträgen für die Nottwiler Auslese sei das Chronikteam immer wieder auf aussagekräftige alte Bilder gestossen, obwohl es auf den ersten Blick jeweils schwierig erschien, passende Fotos zu finden: «Man muss nur wissen, wen man fragen muss», so Willimann mit einem Augenzwinkern. Die richtigen Leute zu finden, war aber nicht immer einfach, weshalb im Zuge dieser Arbeiten eine besondere Idee entstand. Nun sollen nicht nur einzelne Leute, sondern ganz Nottwil dabei mithelfen: Eine digitale Fotosammlung, zu der alle ihre Bilder beitragen können, die sie noch zur Hand haben, archiviert die Geschichte Nottwils und des Lebens in der Gemeinde gebündelt an einem Ort. Dies in Form einer Website, die in Zusammenarbeit mit der Gemeinde erworben wurde und die Bilder in Zukunft allen Interessierten zugänglich machen wird.
Ein Herzensprojekt
Somit ist das Chronikteam froh um alle Beiträge, die es erhält. Um entsprechende Bilder einzureichen, bestehen drei Möglichkeiten: Zum einen können die Bilder zu einem vereinbarten Termin vorbeigebracht werden, wobei diese dann gescannt und die dazugehörigen Eckdaten notiert werden. Zum anderen kommt jemand des Teams vorbei und übernimmt selbiges Prozedere. Zum Dritten können die Bilder selbst nach einem vorgegebenen Raster eingeordnet und bei der Gemeindeverwaltung zuhanden des Chronikteams zur Bearbeitung abgegeben werden. In allen Fällen kommen die Fotos nach ihrer Digitalisierung zu ihren Besitzern zurück. Der ganze Prozess gebe zwar einen ganzen Haufen Arbeit, meint Jacqueline Willimann, jedoch sei es ein Projekt, das den Mitgliedern des Chronikteams am Herzen liege. Und man habe ja zum Glück etwas Zeit: «Schliesslich sind die meisten von uns pensioniert und das Projekt muss nicht auf eine Deadline fertig sein.»
In die Zukunft gedacht
Wer also noch alte Bilder zu Hause hat und diese dem Chronikteam zur Digitalisierung zur Verfügung stellt, trägt somit einen wichtigen Teil zum Erhalt von Geschichte in bildlicher Form bei. Besonders spannend seien natürlich die ganz alten Fotos, aber auch jüngere, die zum Beispiel wichtige Ereignisse oder Bauprojekte zeigen, seien für das Archiv interessant: «Schliesslich sind auch solche in ein paar Jahren wieder ‘alt’», erklärt Jacqueline Willimann. Weniger im Fokus lägen Abbildungen von einzelnen Personen.
Damit zu all den Fotos der Überblick behalten werden kann, werden die Bilder bei ihrer Digitalisierung fein säuberlich kategorisiert: Alter, Bildautor, ein Kurzbeschrieb und Schlagworte. Alles trägt dazu bei, sie korrekt einzuordnen und auch dementsprechend wiederzufinden. «Uns geht es nicht einfach darum, möglichst viele Bilder zu sammeln. Die Sammlung soll gehaltvoll sein und Hintergrundwissen liefern», unterstreicht Willimann. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, denn mit der Gemeinde selbst soll sich auch die Archiv-Seite weiterentwickeln. So ist angedacht, dass man seitens der Gemeinde auch künftig aktuelle Geschehnisse etc. in Bildform ablegt und die Website so weiterpflegt. Für den Grundstein des Projekts stimme der Zeitpunkt jetzt, erklärt Jacqueline Willimann: «Wenn wirs jetzt nicht machen, macht es wohl niemand mehr.»



