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Hier sind klein und öko Trumpf  

Geri Wyss 31. Juli 2025

In den Bünten in Sempach beginnen bald Bauarbeiten für ein Mehrfamilienhaus aus Holz, das auf intelligente Reduktion setzt. Das ökologisch ausgerichtete Projekt ist in mehrfacher Hinsicht aussergewöhnlich.

In den Bünten in Sempach beginnen bald Bauarbeiten für ein Mehrfamilienhaus aus Holz, das auf intelligente Reduktion setzt. Das ökologisch ausgerichtete Projekt ist in mehrfacher Hinsicht aussergewöhnlich.

An dem Tag im Jahr 1974, als Roland Renggli auf die Welt kam, stand in der Bünten 1 in Sempach ein neues Einfamilienhaus. Der ehemalige Präsident des Seeclubs Sempach und Partner bei Opacc Software in Rothenburg sowie seine Frau Claudia, Pflegefachfrau, werden das Gebäude bald rückbauen und einen Neubau realisieren. «2004, als wir das Haus von meinen Eltern kaufen konnten, nahmen wir uns bereits vor, nach 20 Jahren eine Veränderung ins Auge zu fassen», erzählt Roland Renggli. «Wir haben diesen Plan immer im Hinterkopf behalten und entsprechend gespart. Auch haben wir beim Unterhalt darauf Rücksicht genommen», ergänzt er.

Marktlage ins Auge gefasst

Wie die Veränderung bei ihrem Haus genau aussehen sollte, reifte über all die Jahre Schritt für Schritt. Claudia und Roland Renggli stellten sich vor, ein ökologisch ausgerichtetes, innovatives Neubauprojekt zu realisieren, das auch die Wohnungsmarktlage von Sempach und Umgebung berücksichtigen sollte. So konsultierte man beispielsweise das Immobilienmonitoring des Dienstleistungsunternehmens Wüest Partner, heruntergebrochen auf die Region. So wurde deutlich: Es braucht mehr erschwinglichen Wohnraum, gerade auch für junge Menschen, die aus dem Elternhaus ausziehen, aber gleichwohl in naher Umgebung wohnen möchten.

Flexible Kleinwohnungen

Herausgekommen ist ein zukunftsgerichtetes Projekt, das die heutigen Anforderungen an das innenverdichtete Bauen in Sempach beachtet. Konkret entsteht neu ein Mehrfamilienhaus mit sieben 2 1/2-Zimmer-Wohnungen, in dem bis zu 12 Personen leben können. Bisher waren im Einfamilienhaus vier Personen zu Hause – Claudia und Roland Renggli mit ihren Töchtern Marion und Chantale.

Alles andere als gewöhnlich sind die Grösse und Konzeption der 2 1/2-Zimmer-Wohnungen. «Sie sind gewissermassen aufeinandergestapelt, vergleichbar mit Schiffscontainern», bedient sich Roland Renggli eines vereinfachten Bildes. Sie haben eine Fläche zwischen 50 und 70 Quadratmetern. Verschiebbare Wände und Schränke bieten den künftigen Mietenden viel Flexibilität und Freiheiten, um die Raumnutzung individuell zu optimieren. Die Wohnungen sind wie Tiny-Häuser zu verstehen, einfach alle integriert in ein Gebäude. «Sie sind für Menschen gedacht, die einen Sinn für ökologische Lebensweisen haben und gut auch mit weniger Raum klarkommen», umschreibt Roland Renggli.

Holzbau mit Biodiversität

Das neue Mehrfamilienhaus wird komplett aus unbehandeltem Holz konstruiert, mit im Schwarzwald vorgefertigten Elementen. Die Isolation besteht als Zellulose, also mehr oder weniger aus nichts anderem als Papierflocken. «Und wir wollen Lebensraum für Vögel, Insekten und Amphibien bieten», sagt Claudia Renggli, was mit einheimischen Sträuchern, einem naturnahen Schwimmteich, Wildblumenwiesen und einem Blumenbeet erreicht werden soll. Zudem gibt es einen Aussenbereich, den alle Bewohnenden des Ökohauses gemeinschaftlich nutzen können. «Wir haben auch ein Beet mit Kräutern, an denen sich alle bedienen dürfen», fügt Claudia Renggli an.

Velos haben Vorrang

Das Mehrfamilienhaus wird zwar über wenige Autoparkplätze verfügen, doch der Schwerpunkt liegt klar bei den Velos. Geplant sind zwei bis drei unterirdische Veloparkplätze pro Wohnung. Im grossen Lift haben auch Cargobikes Platz. Entsprechend sind auch Ladestationen für E-Bikes pro Wohnung vorhanden. Mit einem Smart-Home-System lassen sich alle Geräte vom Smartphone aus steuern und überwachen. «Dadurch kann man eine Wohnung gut auch mal über längere Zeit stilllegen», führt Roland Renggli aus. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert den Strom für das Gebäude. Dank eines Batteriespeichers, ergänzt durch eine Erdsonden-Wärmepumpe, ist ein teilautarkes Leben möglich.

Geduld war gefragt

Angesprochen auf die Investitionskosten, spricht die Bauherrschaft von einem tiefen einstelligen Millionenbetrag. Dabei habe die Gefahr bestanden, dass die Kosten zu stark steigen könnten, was einerseits auf fehlende Ressourcen beim Bauamt, andererseits aber auch auf Vorschriften zurückzuführen sei. «Das heutige Gesetz erschwert die Schaffung von kleinen Wohnformen», unterstreicht Roland Renggli. «Und das Bau- und Zonenreglement ist immer noch auf motorisierten Individualverkehr ausgelegt.» Dies verunmögliche etwa auch die spätere Renaturierung von Parkplätzen.

Bei den Mieten bleibe man bewusst in einem Bereich, der am unteren Ende des Marktüblichen liege. Man habe den Neubau nie als Renditeobjekt verstanden, machen beide deutlich. «Hätten wir das gewollt, hätten wir einfach einen Block mit drei grossen Eigentumswohnungen bauen müssen», so Roland Renggli.

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