Nach zahlreichen Gesprächen während der letzten Monate mit verschiedenen Personen schlagen der Wahlausschuss sowie der Vorstand der Grünen Rahel Estermann als Regierungsratskandidatin für die Gesamterneuerungswahlen 2027 vor. Die Mitglieder der Grünen Kanton Luzern entscheiden an der Nominationsversammlung vom 1. September definitiv über die Regierungsratskandidatur der Grünen Kanton Luzern. Dies teilte die Partei am Donnerstag, 2. Juli, mit.
Gerade in Zeiten von Rückschritten im Klimaschutz, exorbitant steigenden Mieten und einem Gleichstellungs-Backlash sei eine Grüne Stimme in der Luzerner Exekutive wichtiger denn je, schreibt die Partei in ihrer Mitteilung. Zudem fehle dem Regierungsrat aktuell eine Kraft, die den Kanton aktiv gestaltet, statt ihn einfach zu verwalten.
Rahel Estermann will dies ändern und Verantwortung übernehmen. Sie überzeugte im kantonalen Vorstand und Wahlausschuss: «Rahel bringt enorme Erfahrung auf sämtlichen Ebenen der Politik mit. Durch ihre stets überzeugte, aber fundierte und sachliche Art zu politisieren, ist sie weit über das Grüne Lager hinaus geschätzt und versteht es, wichtige Anliegen mehrheitsfähig umzusetzen. Sie kennt die politischen Prozesse und Begebenheiten im Kanton Luzern bestens – all das macht sie zu einer idealen Kandidatin für den Regierungsrat», so Raoul Niederberger, Co-Präsident der Grünen Kanton Luzern.
In Hildisrieden aufgewachsen
Die 39-jährige Co-Geschäftsleiterin der NGO Digitale Gesellschaft wuchs auf einem Bauernhof in Hildisrieden auf und lebt mittlerweile in der Stadt Luzern. Sie kennt sowohl die Perspektiven und Herausforderungen des urbanen wie auch des ländlichen Raums. «Wenn immer mehr Familien einen Grossteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen, wenn unsere Städte und Dörfer unter Hitze leiden und die Gleichstellung einen Rückschlag erlebt, dann braucht es eine Regierung, die neue Ideen und Lösungen schafft. Ich bin überzeugt, Luzern kann es besser. Sichere Velowege, faire Mieten, Respekt für alle Geschlechter. Das ist mein Angebot an alle Luzerner/-innen», begründet Estermann ihre Kandidatur.
Als Digital-Expertin verfügt Rahel Estermann ausserdem über fundierte Kenntnisse in einem politischen Thema, das die nächsten Jahrzehnte prägen wird. Heute ist Luzern abhängig von Big Tech, es braucht dringend Investitionen in eigene Tools und unabhängige Lösungen. KI, Social Media und Entwicklungen wie Deepfakes zeigen, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Die Politik muss die Selbstbestimmung der Menschen und die Demokratie in der digitalen Welt stärken – dies will Estermann als Regierungsrätin initiieren.
Seit 2018 ist Estermann Mitglied der Grünen Fraktion im Luzerner Kantonsrat; während dieser Zeit war sie zwei Jahre als Co-Fraktionschefin tätig und präsidierte in der Legislatur 2019-2023 die Kommission für Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK). Seit 2024 ist sie als Fachhochschulrätin Teil der strategischen Führung der Hochschule Luzern. Von 2021 bis 2025 arbeitete Estermann für die Grünen Schweiz, zuletzt als Generalsekretärin. Zuvor doktorierte sie über Datenjournalismus am Soziologischen Seminar der Universität Luzern.
