40 Jahren – 1986
Ferien Zu Hunderttausenden verbringen die Schweizer ihre Sommerferien meist im südlichen Teil Europas. Viele reisen mit dem eigenen Auto. Leider kommen Tausende bestohlen oder gar ausgeraubt nach Hause zurück. Und nur wenige haben ein Polizeiprotokoll in der Tasche. «Autoradio herausgebrochen», «Zylinderkopf abgeschraubt», «Heckscheibe eingeschlagen» oder gar «Handtasche unter Gewaltanwendung entrissen» heisst es dann in den Schadenmeldungen. Diese Liste jedenfalls lässt sich endlos fortführen. Bei den Winterthur-Versicherungen sind nach den Ferienmonaten Juni und Juli 1986 bereits 2600 Schadenmeldungen eingegangen. Die Schadensumme wird von den Kaskoexperten der Versicherung auf 5 Mio. Franken geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr lässt sich ein leichter Rückgang der Diebstähle und Beschädigungen feststellen. Damals schätzte die «Winterthur» für rund 2700 Schadenfälle etwa 5,4 Millionen Franken.
55 Jahren – 1971
Begebnisse Die Ferienzeit brachte einige Begegnungen mit Lehrpersonen. Eine Lehrerin aus Basel erzählte: «Es gibt Kollegen, die es nicht wagen, gegen fehlbare Schüler vorzugehen oder ihnen schlechte Betragsnoten zu geben, weil sie fürchten, der Rektor könne das schlechte Betragen der Schüler der Unfähigkeit des Lehrers zuschreiben. Das kann sich aber verheerend auswirken. Ein Schüler sagte mir lachend: Stellen Sie sich vor, ich habe dem Lehrer vor der ganzen Klasse gesagt, er sei ein Schafskopf. Er hat mich nicht gestraft, mir nicht einmal eine Betragsnote gemacht. Jetzt sagen Sie mir, Fräulein, ist so einer nicht wirklich ein Schafskopf?» Das Geschwätz von der antiautoritären Erziehung scheint sich auf gewisse Erzieher verhängnisvoll auszuwirken. Die Jugend aber nützt die Nachgiebigkeit der Vorgesetzten aus – nimmt Schaden und verachtet früher oder später die Erzieher, die nichts zu fordern wagen.
