Im August vor Jahren stand ich als Teenager am gleichen Punkt, an dem diese Tage tausende Jugendliche sind: Neugier im Kopf, Vorfreude im Bauch – und der erste Tag im Betrieb. Ich startete eine KV-Lehre in einer Werbeagentur. Die kaufmännische Grundbildung ist auch heute noch so beliebt wie damals. Dies trotz der Sorge vieler Jugendlicher, dass KI und Algorithmen Büroberufe überflüssig machen könnten. Signifikant verändert hat sich allerdings der Einstieg in die Berufswelt: Bei mir genügte noch ein Telefonat, heute durchlaufen 15-Jährige intensive Bewerbungsprozesse und erhalten teils nicht mal eine Absage auf ihre eingereichten Dossiers.
Wie fordernd die Bewerbung um eine Lehrstelle ist, schildern Sek-Lehrerin Pia Gisler und Schülerin Lorena Merki im Podcast dieser Zeitung.
Die Berufslehre wird auch vom Kanton Luzern gefördert. Im Zentrum stehen Massnahmen, die Jugendliche beim Einstieg in eine passende Ausbildung unterstützen, Lehrabbrüche verhindern und den Weg zum erfolgreichen Abschluss sichern.
Dass die Berufslehre ein Erfolgsmodell ist, lebt Philipp Wyss vor. Der gelernte Metzger aus Schenkon ist heute CEO des Coop-Konzerns und spricht im Interview über seinen Weg und gibt Tipps für junge Lernende. Übrigens muss man es nicht bei einer Berufslehre EFZ bewenden lassen. Man kann auch, so wie ich selbst, mehrere abschliessen und noch eine Fachhochschule besuchen. Der duale Bildungsweg lässt sich also in viele Richtungen gehen.
Das ist ein Privileg, finde ich.
In diesem Sinne: einen guten Start ins Berufsleben – verbunden mit der Zuversicht, dass (praktisch) alles möglich ist.
