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Mauersegler kehren demnächst zur Brutzeit nach Sursee zurück

Silvia Reist/Cyrill Vogel, OVS 27. April 2026

Die Mauersegler kehren bald von Afrika zurück, um in Europa zu brüten. Auch in Sursee werden jährlich über 100 Brutpaare gezählt, die hier ab Mai brüten. Wo sie das tun und wieso es künstliche Nisthilfen benötigt, hat der Ornithologische Verein Sursee (OVS) im letzten Jahr anhand eines Gebäudebrüterinventars untersucht.

Die Mauersegler kehren bald von Afrika zurück, um in Europa zu brüten. Auch in Sursee werden jährlich über 100 Brutpaare gezählt, die hier ab Mai brüten. Wo sie das tun und wieso es künstliche Nisthilfen benötigt, hat der Ornithologische Verein Sursee (OVS) im letzten Jahr anhand eines Gebäudebrüterinventars untersucht.

Wo brüten Sursees Mauersegler? Diese Frage stellte sich dem Ornithologischen Verein Sursee schon lange. Daher erstellte er 2025 ein Gebäudebrüterinventar nach den Vorgaben der Schweizerischen Vogelwarte (diese Zeitung berichtete). Das Ziel war, einen möglichst vollständigen Überblick über Standorte und Bestände von Seglern und Schwalben in Sursee zu erhalten. Da die Alpensegler bereits gut überwacht sind und die Schwalben nur auf wenigen Höfen vorkommen, lag der Fokus auf dem Mauersegler. Das vom OVS publizierte Inventar der Tier- und Pflanzenstandorte von 2010 lieferte erste Hinweise, doch Sursee hat sich seither stark verändert: Viele frühere Standorte gingen durch Renovationen oder Neubauten verloren, neue kamen hinzu.

Zwischen dem 1. Juni und dem 20. Juli 2025 suchten 17 Vereinsmitglieder mit Unterstützung  und Hinweisen aus der Bevölkerung während rund 70 Stunden nach Nistplätzen. Das Gemeindegebiet wurde in 20 Sektoren aufgeteilt, für welche jeweils eine Person oder ein Team zuständig war. Die besten Beobachtungszeiten waren die frühen Morgen- und späten Abendstunden, wenn Mauersegler ihre Jungen füttern – allerdings können zwischen zwei Fütterungen bis zu 45 Minuten vergehen, was die Aufgabe erschwerte. Auffällige Hinweise auf besetzte Brutstandorte der Mauersegler gaben aber zum Glück auch letztjährige, noch nicht brütende Jungvögel, die lauthals kreischend um bestehende Standorte herumflogen und diese so verrieten.

Rund 200 aktive Brutplätze

An rund 53 Surseer Gebäuden fand der OVS insgesamt 150 aktive Brutplätze des Mauerseglers. Dabei dürfte der tatsächliche Bestand bei mindestens 200 liegen. Von 166 vorhandenen Nisthilfen waren 84 besetzt, das sind 49 Prozent. Insgesamt brütete jeder zweite Surseer Mauersegler (54 Prozent) in einem Nistkasten. Cyrill Vogel, OVS-Mitglied und Kantischüler, arbeitete an der Feldarbeit mit und schrieb seine Maturaarbeit über dieses Inventar. Er fand zudem heraus, dass sämtliche natürlichen Brutstandorte (ohne Nistkästen) an Gebäuden mit Baujahr vor 2000 lagen. Grund dafür ist, dass diese Gebäude häufig über geeignete Nischen und Hohlräume für ihre Nistplätze verfügen. Es erstaunt daher nicht, dass neuere Gebäude angesichts energetischer Sanierungen und gut abgeschlossener Fassaden vom Mauersegler nicht zum Brüten verwendet werden können.

Für die Zukunft der Vogelart ist dies jedoch besorgniserregend, da geeignete Brutplätze zunehmend verloren gehen. Dennoch zeigte die Untersuchung auch, dass mehr als die Hälfte der Mauersegler in künstlichen Nisthilfen brütet, was deren grosse Bedeutung als Ersatz für natürliche Brutplätze unterstreicht. Weiter zeigte das Gebäudebrüterinventar: Alpensegler wurden an acht Gebäuden festgestellt, Rauchschwalben an drei Höfen, Mehlschwalben nur noch an einem Hof in der Allmend. Alle Standorte sind auf dieser Website der Vogelwarte einsehbar: https://webgis.vogelwarte.ch/#/.

Weitere 47 Brutplätze geschaffen

Da die Schaffung neuer Brutplätze eine wichtige Fördermassnahme für die Mauersegler darstellt, hat der OVS am 11. April unter der Leitung von Hans Schmid, OVS-Mitglied, 41 Nistkästen an sechs Gebäuden in Sursee montiert, alleine 18 davon konnten am CKW-Gebäude beim Altersheim St. Martin angebracht werden. Dies wurde durch die Stadt Sursee ermöglicht. Auch in Oberkirch bekamen die Mauersegler an einem privaten Gebäude sechs neue Nistkästen. Mit der Ende April erwarteten Rückkehr der eleganten Flieger wird sich zeigen, ob die neuen Nistplätze auch schon bald bewohnt werden.

Wer ist der Mauersegler?

Steckbrief  Der Mauersegler lebt fast ständig in der Luft, er schläft sogar in der Luft. Daher haben sich ihre Beine im Verlauf der Evolution zurückgebildet, weshalb sie nicht mehr vom Boden starten können. Sie benötigen dafür eine Erhöhung wie eine Mauer. Daher lebt er in Städten und Dörfern und brütet in Gebäudenischen. Der Mauersegler ist etwa 16 bis 17 cm gross, seine Flügelspannweite beträgt 40 bis 44 cm und er ist zwischen 36 und 50 Gramm schwer. Der Mauersegler ernährt sich von Fluginsekten. Er ist ein Zugvogel, ein sogenannter Langstreckenzieher, der in Afrika überwintert und zur Brutzeit nach Europa zurückkehrt. In der Schweiz gibt es aktuell zwischen 40’000 und 60’000 Brutpaare, die Zahl ist in Europa rückläufig. In Sursee wurden 2025 150 Brutpaare gezählt. 

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