Die Nachfrage nach nachhaltigen Verkehrsmitteln besteht und wächst. Ob deshalb auch das Angebot für Parkplätze, Ladestationen und Co. in Sempach erweitert werden soll, wird nun überprüft.
Auf den Schweizer Strassen bewegt sich etwas. Nicht nur die hunderttausenden Personen- und Lastkraftwagen, die täglich schweizweit unterwegs sind, sind in Bewegung, sondern auch im Denken der Fahrzeughaltenden findet eine Bewegung statt. So nimmt der Trend zu Elektroautos stetig zu, spürbar etwa daran, dass sich der Gesamtbestand an E-Autos im Kanton Luzern in den vergangenen fünf Jahren mehr als verfünffachte, wie Lustat Statistik Luzern schreibt. Auch in der Region Sempachersee wird dies spürbar.
Laden und teilen
Mit ihren zwei öffentlichen Ladestationen beim Parkplatz Dreiangel ist die Stadt Sempach am Zahn der Zeit und ermöglicht E-Fahrzeuglenkenden so, ihre Autos einfach und in Stadtnähe aufzuladen. Dies zu einer aktuellen Ladegebühr von 0.40 Franken pro kWh, wovon jeweils ein Anteil an die Stadt Sempach geht: «Jährlich insgesamt ein tiefer vierstelliger Betrag», wie Marco Studhalter, Bereichsleiter Infrastruktur, weiss. Konkretere Angaben zur Nutzung und Auslastung der Ladestationen waren nicht zu erfahren.
Auf dem Parkplatz Dreiangel wird nebst der Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge auch mit einem Carsharing-Angebot Nachhaltigkeit angestrebt. Das Projekt wurde in einer Zusammenarbeit zwischen der Stadt Sempach, der Landi Luzern-West Genossenschaft sowie der Edrive carsharing AG realisiert. «Das geteilte Gemeinde-Auto wird einerseits von den Gemeinde-Mitarbeitenden genutzt und steht andererseits allen Anwohnenden zur Verfügung», so Dario Wittwer von der Edrive carsharing AG. Bei der Martinshöhe betreibt das Unternehmen zudem einen weiteren Carsharing-Standort, an dem E-Autos per App genutzt werden können.
Das gilt es zu überprüfen
Im Rahmen des Verkehrsrichtplans vom 21. April 2021 wurde ein Massnahmenblatt «P1 öffentliche Parkierung generell» erstellt, welches im Verlauf des Jahres 2026 behandelt wird. Zur Umsetzung dieses Massnahmenblatts gehört unter anderem die Überprüfung des Angebots an Elektro- und Behindertenparkplätzen inklusive Bedarf für Ladestationen auf öffentlichen Parkplätzen. Diese steht nun heuer an. Zwar sind gemäss Marco Studhalter aktuell keine weiteren Ladestationen, die durch die Stadt realisiert werden, geplant, dies könnte sich jedoch ändern, sollte bei der Überprüfung ein erhöhter Bedarf festgestellt werden. Würde entsprechend dem Ergebnis tatsächlich eine zusätzliche öffentliche Ladestation nötig, wäre aufgrund der Bewilligungspflicht mit mehreren Monaten ab Start der konkreten Projektierung bis zur Inbetriebnahme zu rechnen, so Studhalter. Wie die Ergebnisse tatsächlich aussehen und ob Sempach mehr «Ladestrom» benötigt, wird sich mit dem Überprüfungsprojekt zeigen.
