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Nun geht er ohne Block und Kamera raus

Ursula Koch-Egli 09. August 2025

Das Kürzel «eba» steht für Emil Barmet, der seit zwölf Jahren über Menschen aus Hildisrieden, ihr Tun, ihr Wirken und ihre Kultur berichtet. Doch nun soll mehr Zeit für anderes da sein – «Mister Hildisrieden» tritt kürzer.

Das Kürzel «eba» steht für Emil Barmet, der seit zwölf Jahren über Menschen aus Hildisrieden, ihr Tun, ihr Wirken und ihre Kultur berichtet. Doch nun soll mehr Zeit für anderes da sein – «Mister Hildisrieden» tritt kürzer.

«Mister Hildisrieden», der Emil Barmet für die Sempacher Woche, den Anzeiger Michelsamt und den Seetaler Boten über zwölf Jahre lang war, oder eben kurz: eba, war aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit mit Lokalwissen zu dieser Ortschaft im Vorsprung. Der einstige Lehrer und Sakristan spasst: «Ich wusste schon bald, dass es hier Estermann, Troxler und Gassmann gibt», und meint es durchaus ernst. «Ich kannte ja bereits so viele Leute, da gab es kaum Schwellenangst.» Emil Barmet ist ursprünglich Seetaler. Ein Eschenbacher. Nachdem er 1972 die Stelle als Lehrer in Hildisrieden bekommen hatte und das junge Paar 1979 heiratete, war für beide klar: «Da möchten wir wohnen, denn da ist es so schön!»

Erst die Wohnung, dann das Eigenheim an der Sonnhalde, vier Kinder – Barmets hatten Wurzeln geschlagen. Emil Barmet liebte seinen Lehrerberuf. Dass er ihn frühzeitig schon im Jahr 2010 aufgeben musste, war einer Erschöpfungsdepression geschuldet. Burnout, wie man heute sagt. «Ich wurde sehr gut getragen», sagt er rückblickend auf eine Zeit, die nicht einfach war. Die Idee wäre es dann gewesen, in einem Teilpensum wieder einzusteigen – aber nur «halbwegs» Lehrer zu sein, das ging für ihn nicht.

Zeit für Veränderung

«Irgendwann werde ich ein Kapelleli kaufen», witzelte Emil gerne, so nur zum Spass, eigentlich hätte er Priester werden sollen. Als dann aber die Kirche Hildisrieden wirklich einen Sakristan suchte, wurde es ernst. Zum ersten Mal im Leben musste er sich schriftlich für eine Stelle bewerben. «Sonst wurde ich ja immer gefragt. Ein Telefon, das wars …», blickt er auf seine Einstellung als Lehrer zurück. Als Sakristan hatte er sich dann auch konkurrenzlos behauptet. So leisteten Monika und Emil Barmet während vieler Jahre den liturgischen Kirchendienst und den Hauswartauftrag in der Pfarrkirche Hildisrieden. Spätestens jetzt weiss man auch, weshalb Emil Barmet in seinen Texten über kirchliche Anlässe biblisch immer so bewandert war.

Im Dezember 2012 griff Emil Barmet zum ersten Mal für die Zeitung in die Tasten. Unzählige Berichte über Kirchenfeste, Kilbis und Versammlungen in Hildisrieden hat er über all die Jahre verfasst, immer zuverlässig und pünktlich. Ein Auftrags-Mail oder ein Telefon seitens der Redaktion genügte. Und sehr viele Beiträge schickte er auch auf Eigeninitiative ein.

Kür und Pflicht

«Die meisten Aufträge machten ‘rüdig’ Freude», strahlt er heute. Sehr gerne mochte er all das Kulturelle: Theater, Konzerte, Jubiläen, die Feste im Dorf. «Da fühlte ich mich eingebunden!» Am wenigsten jedoch Versammlungen von Kirchgemeinde und Gemeinde mit all den Zahlen, das war für ihn eindeutig mehr Pflicht als Kür. Zurückhaltend und respektvoll ging Emil stets an die Leute heran, fragte sich dreimal, ob er wohl dies oder jenes über sie schreiben dürfe, und machte lieber ein Telefon zu viel, um sicherzugehen. Im Allgemeinen fiel ihm das Schreiben leicht, aber hie und da gab es schon auch «Knörze», wie er sagt. «Im Kopf hätt’ ichs, aber wie ausformulieren?» Dann habe er einfach «s’Züg ewäggleid», ein wenig Musik gehört, im schlimmsten Fall ging er schlafen. «Ich war immer froh, wenn ich mit der Einsendung nicht auf dem letzten Zacken war.»

Zeit für Neues

Die Entlöhnung im Vergleich zur Arbeit fand er angemessen. Da spielte ihm der Standort Hildisrieden in die Karten. «Das Honorar nahm ich zwar gerne entgegen, aber ich machte es aus Freude», sinniert der heute 76-Jährige, «gute Rückmeldungen von Seiten der Redaktionen und der Leserschaft waren mir Lohn genug.» Und an denen fehlte es nicht. Was die Arbeitszeiten betrifft, so hätte er meist sowieso die Anlässe besucht, meint er gelassen, nur einfach seit 2012 mit Kamera und Schreibblock.

Damit ist jetzt Schluss. «Mister Hildisrieden» geht fortan wieder ohne Journalistenausrüstung in den Ausgang. Wieso gerade jetzt? «Ich bin einfach ein bisschen müde geworden, brauche für alles etwas länger … und generell: Ich finde, zwölf Jahre sind eine lange Zeit. Es sollte jetzt wieder eine junge Kraft kommen.»

Was macht Emil nun mit den frei gewordenen Stellen in seiner Agenda? «Bisschen mehr Velofahren, Wandern mit Monika», schmunzelt er, «Zeit mit den vier Grosskindern geniessen und vielleicht ... eventuell ... ich weiss es nicht ...», ergänzt er zögernd, «... werde ich die Handorgel wieder hervornehmen.»