Hinter der Inszenierung steht niemand Geringerer als der Sempacher Regisseur Marco Sieber, der das Ensemble bereits zum fünften Mal leitet. Die Idee für dieses spezielle Projekt stammt von ihm. Geschrieben wurde das Stück exklusiv für Sempach vom Luzerner Autor Béla Rothenbühler, der 2024 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden war.
Proben zweimal pro Woche
Geprobt wird derzeit zweimal pro Woche – zusätzlich hat das Ensemble am vergangenen Wochenende ein intensives Probewochenende eingelegt. Die Proben laufen gut, sind aber anspruchsvoll. Denn ein Stationentheater bedeutet: Viele kleine Szenen an unterschiedlichen Orten müssen separat geübt werden. «Natürlich proben wir oft in kleineren Gruppen», erklärt Regisseur Marco Sieber. «Aber mir ist es sehr wichtig, dass alle Spielenden ein Gefühl für das grosse Ganze entwickeln. Wir machen kein Stück aus einzelnen Inseln – wir wollen ein gemeinsames Theatererlebnis schaffen.»
Dass dabei auch gelacht wird, versteht sich fast von selbst. Das Stück ist eine Komödie – gespickt mit überraschenden Wendungen, viel Lokalkolorit und einer ordentlichen Portion Humor. Zwischen Probenintensität und Spielfreude entsteht genau jene besondere Energie, die man nur bei Amateurtheater-Ensembles findet: Leidenschaft, Herzblut und der unbedingte Wille, gemeinsam etwas Grosses auf die Beine zu stellen.
Altbekannte und neue Gesichter
Zum Ensemble gehören altbekannte Gesichter ebenso wie Neuzugänge. Sonja Bernhard-Flury, die früher beim Jugendtheater Sempach auf der Bühne stand und nach einer längeren Theaterpause wieder einmal auf der Bühne steht, beschreibt es so: «Einmal Theater – immer Theater. Bei mir ist diese Leidenschaft wie eine innere Flamme, die sich lange Zeit kleingehalten und sich dann mit der Anfrage fürs Spielen oder der ersten Leseprobe wieder gross entfacht hat. Für mich war immer klar, wieder Theater zu spielen, sobald sich das mit dem Familienalltag wieder vereinbaren lässt.»
Verschiedene Einflüsse
Auch Anja Markzoll, die bereits beim letzten Stück «Das perfekte Geheimnis» mitgespielt hat, freut sich auf die besondere Herausforderung: «Im Gegensatz zum letzten Stück der TG Sempach lösen wir uns diesmal von der klassischen Bühne. Wir präsentieren unsere Figuren mitten im Städtli – mit wechselndem Wetter, neuen Geräuschen und ungeplanten Ablenkungen. Sich trotz all dieser Einflüsse auf die Rolle zu konzentrieren und stets präsent zu bleiben, wird wohl die grösste Herausforderung. Gleichzeitig ist es aber genau das, was dieses Projekt so spannend macht.»
Diverses Ensemble involviert
Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Viktor Schürmann. Der Sempacher spielt seit über 40 Jahren bei der Theatergesellschaft und hat sich dabei einen riesigen Schatz an Theatererfahrung aneignen können. Besonders freut er sich in diesem Jahr auf das Zusammenspiel in einem sehr diversen Ensemble: «Es ist schön zu erleben, dass sich die Theatergesellschaft entwickelt. Bei ‘Renata’ spielt ein Ensemble, das eine Altersspanne von über 40 Jahren aufweist. Das ist einzigartig.»
Die Theatergesellschaft wagt damit den Schritt hinaus aus dem gewohnten Bühnenraum hinein ins lebendige Städtli. Jede Gasse, jeder Platz und jede Ecke wird Teil der Inszenierung, die sich wie eine Spurensuche entfaltet. Das Publikum begleitet die Schauspielerinnen und Schauspieler durch verschiedene Stationen und erlebt so die Handlung hautnah und in ständig wechselnden Szenerien.
Inhaltlich verspricht «Renata – eine Verschwörungstheorie» ein überraschendes Mosaik: Die Sempacher Sage der Renata von Wartensee trifft auf Elvis Presley, Züri West und das wohl berühmteste Liebespaar der Geschichte – Romeo und Julia. Wie all diese Figuren und Geschichten ineinandergreifen und welche kulturelle Enthüllung von europaweiter Brisanz sich hinter «Renata» verbirgt, wird ab dem 25. Oktober enthüllt. Elf Vorstellungen führen das Publikum auf eine theatrale Entdeckungsreise quer durch Sempach.
