Am Ende sind die Taschen und Köpfe der Schülerinnen und Schüler voll. Voll mit Eindrücken, Broschüren und neuen Kontakten, die sie während der zwei Stunden an den Ständen der ausstellenden Lehrbetriebe knüpfen konnten.
Auch die Aussteller ziehen an diesem Abend eine positive Bilanz. Für den Präsidenten des Gewerbevereins, Kilian Boog, ist der Berufswahlparcours längst ein Fixpunkt in der Jahresagenda: «Es ist nun bereits die achte Ausgabe und auch dieses Jahr eine grosse Freude zu sehen, wie nicht nur die Jugendlichen, sondern auch ihre Eltern von diesem Anlass profitieren.»
Von Gastro bis Technik
«Es ist eine klassische Win-win-Situation, um nicht zu sagen: eine Win-win-win-Situation. Schliesslich profitieren nicht nur das Gewerbe und die Schülerschaft, sondern auch wir als Schule davon», ergänzt Organisatorin und Sekundarlehrerin Cécile Frey. Gerade schlendert eine Gruppe Mädchen am Kuchenstand vorbei, die Augen glänzen, sie strahlen über beide Ohren.
«Das war jetzt richtig cool im Hauptgebäude. Irgendetwas mit Gastronomie oder Bäckerin/Konditorin, ich backe und koche halt einfach gern», erzählt eine Schülerin. Ihre Kollegin liebäugelt mit dem Beruf der Dentalassistentin: «Es wäre schon krass, wenn ich dort meine Lehre machen könnte, wo wir heute mit der Klasse zum Zahnuntersuch hinmussten.»
Den Mädchen kommt ein Pulk Jungs entgegen, alle schon mit etwas Staub an ihren weissen Turnschuhen. «Oh, da gibt es noch Kuchen! Was hat es hier sonst noch?», ruft einer von ihnen. «Jobs, bei denen ihr nicht schmutzig werdet», antwortet die Dentalassistentin in spe mit einem Augenzwinkern. «Okay, das ist aber langweilig», findet einer der Burschen und kehrt zurück ins sogenannte Glashaus, wo die eher technischen und handwerklichen Betriebe ausstellen.
Der Startschuss ist gefallen
«Und, weisst du schon, was du dort gern schnuppern möchtest?», fragt einer der anwesenden Sekundarlehrer den Teenager noch. «Ja, immer noch dasselbe: Landmaschinenmech. Und es ist super, dass ich nun bereits einen Termin fürs Schnuppern habe. Und vielleicht gehe ich dann doch auch noch Auto-Mechatroniker schnuppern.»
Der Berufswahlparcours hat bei den Schülerinnen und Schülern die gewünschte Wirkung erzielt: Es ist der Startschuss für ihre ganz persönliche Berufswahl, lokal verankert und breit abgestützt im Dorf und in der Region.
Cécile Frey beginnt mit ihrer Klasse, den Kuchenstand aufzuräumen, während sie nochmals zurückblickt: «Es ist wirklich schön zu beobachten, wie die Jugendlichen hier selber ihre Chance sehen und packen: So viele Lehrbetriebe an einem Abend an einem Ort – einfach einmalig!»


