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Neuenkirch

Streit um die Zufahrt verzögert den Neubau

Stefan Schmid 04. April 2026

Seit Jahren plant Neuenkirch ein neues Schulhaus in Hellbühl. Doch nicht der Bau selbst sorgt für Probleme, sondern die Zufahrt. Weil mit Anwohnern keine Einigung zustande kam, bereitet die Gemeinde nun ein Strassenprojekt vor – allenfalls mit juristischen Folgen.

Seit Jahren plant Neuenkirch ein neues Schulhaus in Hellbühl. Doch nicht der Bau selbst sorgt für Probleme, sondern die Zufahrt. Weil mit Anwohnern keine Einigung zustande kam, bereitet die Gemeinde nun ein Strassenprojekt vor – allenfalls mit juristischen Folgen.

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Gemeinde Neuenkirch mit den Plänen für ein neues Schulhaus in Hellbühl. Es soll das altehrwürdige Gebäude ersetzen, das im Dorf Hellbühl direkt an der Kantonsstrasse liegt. Der geplante Neubau soll rund 300 Meter entfernt bei der Schulanlage Rotbach entstehen, wo heute bereits Turnhalle, Sportplatz und Kindergarten untergebracht sind. Doch nicht die Pläne für den Bau selbst erweisen sich als schwierig, sondern die Erschliessung des Standorts. Zwar führt bereits eine schmale Strasse zum Areal Rotbach, die für die Zufahrt und als Schulweg genutzt wird. Für die zukünftige Nutzung mit einem neuen Schulhaus prüfte die Gemeinde andere Erschliessungsvarianten, so auch eine Zufahrt durch das Halde-Quartier.

Keine Einigung mit einzelnen Anwohnenden

Im Oktober 2024 präsentierten die Behörden dann einen Kompromiss und zeigten sich optimistisch, eine Lösung gefunden zu haben. Die Zufahrt sollte trotz Engstellen über die bereits bestehende Strasse von oben her durch das Quartier Rotbach führen. Die Rotbach-Anwohner gaben dafür ihr Einverständnis.

Für die Bauzeit sollten die Lastwagen jedoch über eine temporäre Zufahrt durch das Quartier Halde zum Bauplatz gelangen. Dafür müsste die bestehende Quartierstrasse rund 100 Meter über eine grüne Wiese verlängert werden. Im Halde-Quartier regte sich jedoch Widerstand gegen diese Pläne. Da es sich um eine Privatstrasse mit verschiedenen Anstössern handelt, braucht es für die Durchfahrt deren Einverständnis. Eine Einigung habe man trotz zahlreicher Verhandlungen und Workshops nicht erreicht, erklärt Gemeindepräsident Marcel Wolfisberg auf Anfrage. Man habe viel Energie investiert, um mit einzelnen Anwohnern eine gute Lösung zu finden. Er betont, dass es nur um wenige Parteien gehe, die mit der temporären Durchfahrt und den vorgeschlagenen Konditionen während der Bauzeit nicht einverstanden seien. Ein Grossteil der Halde-Quartierbewohner stehe dem Projekt positiv gegenüber.

Doch einzelne Anwohnende zeigten sich gemäss Gemeinde nicht kompromissbereit. «Es gab mehrfach Zugeständnisse seitens der Gemeinde», so Wolfisberg. So wäre die benutzte Quartierstrasse nach der Bauzeit umfassend saniert worden, um sämtliche durch die Nutzung entstandene Schäden zu beheben. Eine Entschädigung für Lärm und Emissionen habe man ebenfalls geprüft. Doch die von Einzelnen geforderten Beträge seien deutlich über dem üblichen und vertretbaren Rahmen gelegen. Der Gemeinderat sei nicht bereit, hier ein Präjudiz zu schaffen.

Gemeinde lässt Strassenprojekt ausarbeiten

Nun hat der Gemeinderat offensichtlich genug. In einer Mitteilung heisst es, dass er nun ein Strassenprojekt für die Zufahrt durch das Halde-Quartier ausarbeiten lässt. Dieses soll dann zur Vorprüfung beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) eingereicht werden. Das Amt solle, gemäss Wolfisberg, technisch prüfen, ob die Strassenverlängerung so gebaut werden könne und auch, ob die Einmündung in die Kantonsstrasse so bewilligungsfähig sei. Dabei geht es mittlerweile nicht mehr nur um die Baustellenzufahrt. Gemäss den Plänen der Gemeinde soll geprüft werden, eine dauerhafte Zufahrt zum Schulareal Rotbach über das Halde-Quartier zu führen. Doch warum dieser Sinneswandel von der temporären Zufahrt zu einer dauerhaften? Wolfisberg erklärt, der Gemeinderat sei der Ansicht, dass – sofern man wirklich den Rechtsweg beschreite – dies nicht nur für eine temporäre Variante gerechtfertigt sei. In diesem Fall erscheine es sinnvoll, auch eine dauerhafte Lösung zu prüfen.

Kommt nicht noch eine Einigung zustande, wird sich die Gemeinde die Halde-Zufahrt wohl über den Rechtsweg erstreiten müssen. Das Strassenprojekt sei eine Vorbereitung dazu. Marcel Wolfisberg sagt, ohne Einigung brauche es eine rechtliche Klärung, ob das privatrechtliche Interesse Einzelner höher zu gewichten sei als das öffentliche Interesse an einem neuen Schulhaus. Erste Ergebnisse dazu sollen vor den Sommerferien vorliegen. Das genaue Vorgehen und die Risiken diskutiere man dann in einem breiten Gremium, bevor allenfalls der Rechtsweg beschritten werde, erklärt Gemeindepräsident Marcel Wolfisberg.

Mehr Platz wegen wachsenden Schülerzahlen

Dass es neuen Schulraum braucht, ist gemäss Gemeinde notwendig. Das aktuelle Raumangebot im alten Schulhaus gelange an seine Grenzen. Die Prognosen gehen von leicht steigenden Schülerzahlen aus. Für das Schuljahr 2026/27 eröffnet Hellbühl eine zusätzliche Klasse, rund 90 Lernende werden dann im Dorf zur Schule gehen. Durch den geplanten Ergänzungsbau soll der Schulbetrieb am Standort Rotbach zentralisiert werden. Was mit dem heutigen Schulhaus passieren würde, ist noch nicht bekannt. Dies soll dann parallel zum Bauprojekt geklärt werden.

Den Architekturwettbewerb für das neue Schulhausgebäude hat die Gemeinde im letzten Sommer lanciert, aufgrund der Unsicherheiten zur Zufahrt jedoch vorläufig sistiert. Wann es mit der Planung für das neue Schulhaus weitergeht, darüber mag Gemeindepräsident Marcel Wolfisberg nicht spekulieren. Sollten die involvierten Parteien den Rechtsweg beschreiten, könnte es noch Jahre dauern, bis in Hellbühl neue Schulräume zur Verfügung stehen.

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