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Sempach

Zivilcourage leicht gemacht

Ramon Wolf 12. Oktober 2026

Auf vier Rundgängen durchs Sempacher Städtli können dank «StattGewalt» Einblicke in fiktive Konfliktsituationen im öffentlichen Raum gewonnen werden.

Auf vier Rundgängen durchs Sempacher Städtli können dank «StattGewalt» Einblicke in fiktive Konfliktsituationen im öffentlichen Raum gewonnen werden.

Gewalt, Vandalismus oder diskriminierendes Verhalten können einem überall im Leben begegnen. Der Unterschied liegt darin, wie man darauf reagiert – Wegschauen? Eingreifen? Alarmieren? Um in einem solchen Fall nicht in Hilflosigkeit zu verfallen, bieten die «StattGewalt»-Rundgänge durch Sempach Anhaltspunkte, wie der Situation angepasstes Handeln aussehen könnte. Bei diversen Stopps durchs Städtli gewinnt man Einblicke in fiktive Konfliktsituationen im öffentlichen Raum und erkennt, wie das eigene Verhalten deren Verlauf beeinflussen kann. Durch dieses schauspielerische Element wird es möglich, Reaktionen auszuprobieren und Verhalten zu steuern. Zudem führt Andi Geu vom National Coalition Building Institute als Moderator begleitend durch das Geschehen. Eine schöne Gelegenheit, um im geschützten Rahmen Zivilcourage ganz praktisch auszuprobieren, so Franziska Müller, Bereichsleiterin Soziales und Gesellschaft der Stadt Sempach.

Insgesamt sind vier «StattGewalt»-Rundgänge in Sempach geplant. Dies an den Montagen vom 19. Oktober, 26. Oktober und 9. November, jeweils um 18.30 Uhr, sowie am Samstag, 24. Oktober, um 14.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, bedingt jedoch eine vorgängige Anmeldung. Die Rundgänge beginnen jeweils beim Löwendenkmal im Städtli und enden beim Seeplätzli, wo man sich beim gemeinsamen Apéro über das Erlebte und Gelernte austauschen kann.

Franziska Müller, warum ist Zivilcourage auch in Sempach gefragt?

Zivilcourage ist auch in Sempach gefragt, weil ein gutes Zusammenleben nicht selbstverständlich ist. Eine lebendige Gemeinde braucht Menschen, die hinschauen, Verantwortung übernehmen und sich einmischen, wenn andere ausgegrenzt, diskriminiert oder ungerecht behandelt werden. Zivilcourage zeigt sich dabei oft in kleinen, alltäglichen Situationen: indem man Haltung zeigt, Unterstützung anbietet oder nicht schweigt. Zivilcourage trägt dazu bei, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene sicher, respektiert und zugehörig fühlen. Dies verfolgen wir mit unserem Motto «mitenand – fürenand – respektvoll Sempach».

Wie sehen die gespielten Stopps auf dem Rundgang konkret aus?

Die Teilnehmenden sehen verschiedene, von Schauspielenden dargestellte Situationen, in denen Ausgrenzung, Beleidigungen, Diskriminierung oder andere Grenzüberschreitungen thematisiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: «Wie kann ich reagieren, wenn ich Zeugin oder Zeuge einer solchen Situation werde?» Die Teilnehmenden erhalten während der Stopps die Möglichkeit, verschiedene Handlungsoptionen auszuprobieren, sich auszutauschen und zu erfahren, wie Zivilcourage im Alltag konkret und sicher gelebt werden kann. Dadurch wird der Rundgang zu einem interaktiven Lern- und Erfahrungsraum, der zum Nachdenken und Handeln anregt.

An wen richtet sich das Angebot? Können jüngere, aber auch ältere Teilnehmende davon profitieren?

Grundsätzlich sind die Rundgänge öffentlich und richten sich an die gesamte Bevölkerung. Für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe findet jedoch ein separater Rundgang statt. So haben die Jugendlichen einen geschützten Rahmen, in dem sie sich frei austauschen, eigene Erfahrungen einbringen und unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten ausprobieren können, ohne sich von Erwachsenen beobachtet oder bewertet zu fühlen.

Prävention und Konfliklösung

«StattGewalt»  Das Konzept «StattGewalt» besteht bereits seit 2005 und wird von NCBI Schweiz, dem National Coalition Building Institute, angeboten und durchgeführt. Dieser Schweizer Ableger des 1984 in den USA gegründeten «Brückenbauer-Instituts» setzt sich seit 1995 für den Abbau von Vorurteilen, von Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art, für die Inklusion von Geflüchteten sowie für Gewaltprävention und konstruktive Konfliktlösung ein und verfügt dementsprechend über viel Know-how und langjährige Erfahrung. Die Schauspielenden des Forumtheaters «KonflikTüren» stellen die «StattGewalt»-Szenen dar und beziehen die Teilnehmenden ein. Andi Geu vom NCBI Schweiz übernimmt dabei die Moderation und begleitet die Teilnehmenden durch die verschiedenen Situationen.

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