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Hildisrieden

Zwei Schulhäuser feiern Jubiläum

Ramon Wolf 02. Oktober 2026

Heute arbeiten die Schulen Rain und Hildisrieden eng zusammen. Ihre «neuen» Schulhäuser eröffneten sie vor genau 55 respektive 65 Jahren – beide jeweils am letzten September-Wochenende.

Heute arbeiten die Schulen Rain und Hildisrieden eng zusammen. Ihre «neuen» Schulhäuser eröffneten sie vor genau 55 respektive 65 Jahren – beide jeweils am letzten September-Wochenende.

Die Hildisrieder Schulgeschichte fand im 1. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in der Wirtsstube des Roten Löwen ihren Anfang, die für einige Jahre zum Schullokal umfunktioniert wurde. Daraufhin kam man 94 Jahre im gemeindeeigenen Schul- und Kanzleilokal unter, bis dieses wiederum abbrannte und man den Schulbetrieb vorübergehend im Restaurant Kreuz weiterführen musste. Ab 1906 konnte dann der Neubau des Schulgebäudes bezogen werden. Die Schule entwickelte sich darauf mit zwei Abteilungen und einer Hauswirtschaftsschule weiter, zudem kam 1926 die Sekundarschule dazu. 1965 betrug die Schülerzahl 135 und ist bis 1971 auf 190 angestiegen, hielt die Gemeinde damals fest. Am 1. September 1970 fand dann mit überzeugender Zustimmung aus der Bevölkerung der Spatenstich für das neue Schulgebäude statt. Und knapp ein Jahr später, am Sonntag, 26. September, fand dann die grosse Einweihung mit Festgottesdienst, Segnung des Schulhauses und der Kreuze, Festzug durchs Dorf aufs Schulareal, einem Festakt mit verschiedenen Darbietungen der Schulkinder sowie der feierlichen Enthüllung des Schulwandbildes statt. Trotz aller Freude über das neue Bauwerk riet der Gemeinderat damals in der Einladung zur Einweihung, seinen Fokus auf dem Wesentlichen zu halten: «Möge auch in Zukunft weiterhin ein heller Stern über den Schulen von Hildisrieden leuchten. Trotzdem: Das Schulhaus ist viel, der Erzieher ist mehr!»

Lange Zeit zu wenig Platz

«Rain hat in der Geschichte nie eine bedeutende Rolle gespielt. Schulgeschichtliche Aufzeichnungen sind in den Akten des Staats- und Gemeindearchivs und andern Quellen nur spärlich vorhanden», stand seinerzeit einleitend in der Einladung zur Rainer Schulhauseinweihung, die mit Ausführungen von Sekundarlehrer Franz Wey ergänzt wurde. Die Anfänge der Schule in Rain werden gemäss Wey in der Mitte des 18. Jahrhunderts im damaligen Sigristenpfrundhaus vermutet. Mit Erhebung der Kaplanei Rain zur Pfarrei um 1809, drängte sich auch die Forderung nach einem neuen Schullokal auf. Nach langwierigen Diskussionen konnte man sich 1812 auf das Einbauen einer Schulstube im Sigristenhaus einigen. Das löste das Problem des Raummangels allerdings nur bedingt und schon bald wurde wieder energisch auf die Dringlichkeit eines passenden Gebäudes von behördlicher Seite, vom Kanton, hingewiesen: «Doch die Rainer wussten immer wieder ihre schlechte finanzielle Lage in den Vordergrund zu schieben, um die Angelegenheit zu vertagen», schrieb Wey in seinen Ausführungen. Nach verschiedenen Zwischenlösungen für Ober- und Unterschüler startete 1899 dann der Bau eines Schulhauses an der Strasse zwischen Dorf und Rüti. 1902 konnte dann die Sekundarschule und 1931 die Turnhalle eröffnet werden. Nach der Renovation des ganzen Gebäudes von 1938 kam dann im August 1959 der Antrag für das neue Schulhaus, das ebenfalls am letzten September-Wochenende, allerdings zehn Jahre vor Hildisrieden, eingeweiht wurde. «Das gut gelungene Werk möge der Gemeinde zur Ehre und der Jugend zum Segen gereichen.»

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