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Sempach

«Beruuscht vo de Tön»

Giulia Itin 08. März 2026

Die «Kulturlaube Sempach» lud zu einem besonderen Konzertabend im Salon ein. Das Lucerne Piano Trio interpretierte Werke von Germaine Tailleferre und Franz Schubert und sorgte für ein intensives Musikerlebnis.

Die «Kulturlaube Sempach» lud zu einem besonderen Konzertabend im Salon ein. Das Lucerne Piano Trio interpretierte Werke von Germaine Tailleferre und Franz Schubert und sorgte für ein intensives Musikerlebnis.

Ein besonderes Konzerterlebnis fand am vergangenen Samstag im Salon von Pius Müller und Michelle Bulloch in Sempach statt. Das Wohnzimmerkonzert wurde von der Organisation «Kulturlaube Sempach» veranstaltet und überzeugte durch sein sehr intimes Setting. Statt im grossen Konzertsaal sass das Publikum nur wenige Meter vom Musiktrio entfernt. Diese Nähe sorgte für eine konzentrierte und zugleich persönliche Atmosphäre.

Zu Gast war das Lucerne Piano Trio mit Leonid Baranov an der Violine, Milena Marena am Violoncello und Alla Belova am Klavier. Das Ensemble stellte ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das sowohl weniger bekannte Werke als auch bekannte Klassiker umfasste. Den Auftakt bildete ein Trio der französischen Komponistin Germaine Tailleferre. Obwohl ihr Name vielen weniger vertraut ist, beeindruckt ihre Musik durch eine klare Struktur und präzise musikalische Gestaltung. Das Lucerne Piano Trio interpretierte das Werk sehr feinfühlig und mit grosser Aufmerksamkeit für die musikalischen Details. Die Musik wirkte stellenweise leicht und beweglich, gleichzeitig aber auch emotional und berührend.

Passend zum Weltfrauentag

Die Wahl dieser Komposition passte auch zum Datum des Konzerts. Am 8. März wird weltweit der Weltfrauentag gefeiert; ein passender Anlass, um eine Komponistin in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig schlägt die Wahl einer französischen Komponistin eine Brücke zur «Semaine de la langue française et de la francophonie», die am 12. März beginnt und die französische Sprache und Kultur in vielen Ländern feiert. Die Musizierenden brachten die verschiedenen Klangfarben des Trios sehr harmonisch zur Geltung. Besonders das Zusammenspiel der drei Instrumente wirkte ausgeglichen und lebendig, wodurch die emotionale Tiefe der Komposition deutlich spürbar wurde.

Im zweiten Teil des Abends stand ein Trio von Franz Schubert auf dem Programm. Dieses Werk gehört zu den bekannten Klassikern der Kammermusik und bildete einen starken Kontrast zum ersten Teil des Konzerts. Das Lucerne Piano Trio interpretierte das Stück mit viel Energie und Spielfreude. Besonders der vierte Satz sorgte für grosse Begeisterung. Die lebendige Interpretation übertrug sich spürbar auf das Publikum. Der Schluss des Konzerts wurde mit lang anhaltendem Applaus gefeiert. Das Lucerne Piano Trio bedankte sich mit einer Zugabe, die den Abend musikalisch abrundete.

Hemmschwelle abbauen

In seiner kurzen Schlussansprache fasste der Präsident der «Kulturlaube», Alban Müller, die Stimmung des Abends treffend zusammen: Man sei regelrecht «beruuscht vo de Tön». Viele Zuhörende teilten diesen Eindruck und verliessen den Salon sichtlich bewegt. Der Salon selbst war bis auf den letzten Platz gefüllt. Begeisterte Musikfans fanden sich sogar im Flur ein, um das Konzert mitzuerleben. Für die Organisatorin Michelle Bulloch war dies eine grosse Freude. Sie fand es schön, ihr Wohnzimmer so lebendig zu sehen. Gleichzeitig beobachtete sie, dass für manche Menschen noch immer eine gewisse Hemmschwelle besteht, ein Konzert in einem privaten Wohnzimmer zu besuchen. Genau diese Schwelle möchte sie abbauen. Ihr Ziel ist es, einen offenen Ort für Musikbegeisterte zu schaffen, an dem Begegnung, Austausch und gemeinsames Musikerleben möglich sind.

Nach dem Konzert bot ein Apéro Gelegenheit für Gespräche. Viele Gäste nutzten die Möglichkeit, sich auszutauschen oder mit den Mitgliedern des Lucerne Piano Trios persönlich ins Gespräch zu kommen. Die nächsten Veranstaltungen stehen bereits fest: Am 10. Mai findet im Salon das Konzert «Wein im Ohr» statt – ganz nach dem Motto «La dolce vita», verbunden mit einer Weindegustation. Im Sommer, am 11. Juli, folgt dann «Tango im Garten».

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