Schon der Name des Lustspiels «De Yeti vom Chrüzmoor» lässt erahnen, worauf sich das Publikum einlässt. Die erste Aufführung erfolgt am kommenden Samstag und nach einem Besuch der Hauptprobe kann das Stück allen Freundinnen und Freunden witziger Komödien mit Wortgefechten, direktem Humor und Slapstick-Szenen wärmstens empfohlen werden. Franz Dürst, der Wirt des «Rössli» im Chrüzmoor, beantwortete nach der Aufführung – vom Schrotschuss, den ihm der Jäger auf den Pelz gebrannt hatte, wieder genesen und zu Reto Aregger geworden – Fragen zur neusten Produktion. Diese war etwas zäher über die Bühne gegangen als das Geschehen im Lustspiel selbst. Dürsts Serviertocher Käthi, im richtigen Leben Andrea Garcia, war unfallbedingt recht kurzfristig ausgefallen und die bewährte Veronika Giger musste ihre Rolle übernehmen. Als Mitglied der Stückwahlkommission und Souffleuse war es gottlob kein Kaltstart für sie gewesen. Auch zwei weitere Schauspieler waren gesundheitlich eingeschränkt, was deren Bühnenauftritte im Vorfeld einige Zeit in Frage stellte.
Das «Rössli» im Scheinwerferlicht
In der Hauptprobe merkte man nichts von alldem. Die Komödie in zwei Akten von Autor Dieter Gygli beginnt mit den Finanzen des Restaurants Rössli, um die es nicht zum Besten steht. Der Lieferant will nicht mehr liefern, die Serviertochter will nicht mehr servieren und die Mahnungen stapeln sich beim Wirt. Dabei liegt das Bergrestaurant doch so idyllisch am Chrüzmoor und ist umgeben von Ruhe und Natur. Genau diese Abgeschiedenheit sucht der zwielichtige Edi (Armin Aregger) mit seiner charmanten Begleitung Jenny (Petra Albisser) für sein «Bienenhaus». Tierschützer Benno (Tim Aregger) sucht den seltenen Moorbläuling, die Journalistin Anna (Marie Jose) den verschollenen Schauspieler Oscar Faust und der Jäger Gusti (Sepp Geiser) den Yeti, der im Chrüzmoor gesichtet worden sein soll. Wirtin Vera Dürst (Manuela Rast) gibt alles, um jedem gerecht zu werden. Dass Edi ein krummes Geschäft aufziehen möchte, Franz bereits eines betreibt und der Jäger stark kurzsichtig ist, machen die Sache nicht einfacher.
All dies ist im Programmflyer zu erfahren. Weitere Geheimnisse aus der Hauptprobe sollen an dieser Stelle nicht gelüftet werden. Bis auf dies: Die Vorstellung beginnt natürlich nicht mit einer «plumpen» Begrüssung durch Präsident Christian Mehr. Die wichtigen Infos zum Abend erfährt das Publikum bei einem Dialog, den er mit Regisseurin Barbara Alt führt, die das zweite Mal in Eich im Einsatz steht. Bei ihrem Stammverein MTM Rothenburg agierte sie bereits ein Dutzend Mal als Regisseurin.
Lob für den ganzen Verein
Alt bezeichnete den Moment der Hauptprobe als sehr emotional für sich: «Das Stück ist wie mein Baby, das nun selber läuft.» Nebst den Schauspielern, die immer «bei der Sache» gewesen seien, lobte sie auch die tollen Bühnenbauer. «Das ist nicht überall so. Als Regisseurin kann man sich damit wirklich sehr glücklich schätzen.» Jedes Detail stimmt, vom Rössli-Wirtshausschild bis zu den Auszeichnungen von Viehschauen, die über dem Scheunentor hängen.
Wie immer erfolgte der Start zur neuen Produktion an der GV im Frühling 2025. Dort konnten sich jene der 72 Vereinsmitglieder und potenziellen Schauspieler melden, die spielen wollten. Deren Anzahl setzte dann eine erste Rahmenbedingung für die Auswahl eines geeigneten Stücks durch die Stückwahlkommission. Noch vor den Sommerferien legte man sich dann auf eines fest. An einem Kick-off wurden die Rollen, nicht zuletzt aufgrund der Einschätzung der Regisseurin, verteilt und danach befasste sich die Besetzung mit der Lektüre. Ab September traf sie sich dann mit der Regisseurin jeweils dienstags und donnerstags zu zweieinhalbstündigen Proben. Erst waren das Leseproben. Ab Dezember wurde das Stück dann immer ganz durchgespielt. Wie auch am Sonntag vor der Hauptprobe nochmals.
Theater-Dinner am kommenden Samstag
Ab kommenden Samstag, 10. Januar, gilt es nun ernst. Das Theater-Dinner beginnt um 17.45 Uhr mit dem Apéro, die Türöffnung zum Theater ohne Dinner ist um 19 Uhr. Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 11. Januar, 16 Uhr; Mittwoch, 14. Januar, 19.30 Uhr; Freitag, 16. Januar, 20 Uhr und Samstag, 17. Januar, 20 Uhr statt.
Dieser Artikel erschien erst im «Anzeiger Michelsamt».


