Mit ihren eigenwilligen und abwechslungsreichen Interpretationen von irischer und schottischer Volksmusik sowie Melodien aus der Bretagne und anderen keltischen Weltgegenden haben die fünf Musiker die Konzertbesuchenden der gefüllten Rainer Pfarrkirche – nicht nur Mütter – beschenkt.
Durch ihre langjährige Bühnenerfahrung haben sie das Gespür, wie sie das Publikum begeistern und zum Mitwippen bringen. So auch in Rain. Zumal die Akustik in der Pfarrkirche Rain die sonst in weniger hallenden Lokalen auftretenden Musiker sehr herausforderte und auch zu neuen Interpretationselementen inspirierte.
Die fünf Instrumentalisten überzeugten die Besuchenden mitunter durch ihre Eigenkompositionen und ihren mehrstimmigen Gesang. So hatten einige Songs A‑cappella-Breaks oder sie begannen oder endeten mit stimmlichen, manchmal auch rhythmisch unterlegten Songteilen. Insgesamt war etwa die Hälfte der Konzertspielzeit vokal geprägt und beeindruckte sehr.
Der einheimische Patric Stocker, der das musikalische Schaffen der Formation mit der Fiddle, also der Geige, mitprägt, zeigte sich auch als talentierter Mandolinenspieler. Nach dem Konzert meinte der ehemalige Präsident des Vereins Musica Sacra Rain beeindruckt: «Es war schön, wieder vor heimischem Publikum zu spielen, und zudem speziell hier mal nicht nur auf der Veranstalterseite mit dabei zu sein.»
Reinhold Möllenbeck spielt vor allem die Gitarre und die irische Lautenart Bouzouki und Christoph Meier die Bassgitarre.
Tom Keller brillierte auch solistisch auf der Rahmentrommel, der Bodhrán. Brendan Wade spielt die verschiedenen Flöten, darunter die Tin Whistle, eine einfache Zinnflöte mit sechs Grifflöchern. Abwechselnd spielte er auf den Uilleann Pipes, der irischen Form des Dudelsacks. Und bei der Zugabe bescherte er mit seiner sonoren Stimme vielen Zuhörenden Hühnerhaut. So auch die Chorsängerin Andrea Weingartner, die hell begeistert von der Vielfalt der Instrumente und eben der wunderbaren Stimme des irischstämmigen Bandmitglieds war: «Wenn ein Musiker einfach so anfängt zu singen und allmählich alle Bandmitglieder dazukommen, ist das so beeindruckend und auch faszinierend.»
Die meist melancholischen, von Tragik und Dramatik geprägten Lieder passten in die heutige Weltlage. So beeindruckten die Schreibende das Lied «The raven» mit dem mehrstimmigen vokalen Schluss «Side by side» oder das Lied «Mrs. McGrath», in welchem die Mutter des kriegsversehrten Sohnes schon vor 200 Jahren bittet, dass man für Frieden beten solle.
Nach dem gut einstündigen Konzert offerierte der veranstaltende Konzert-Verein Musica Sacra Rain – wen wunderts? – Guinness-Bier und den in der Bretagne beliebten Cidre.
