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«Eistauchen ist technisch anspruchsvoll»

Andrea Vonmoos  24. Januar 2026

Wer mit Beat Christen spricht, merkt schnell: Wasser ist für den 55-Jährigen mehr als ein Element. Es ist Lebensraum, Leidenschaft und ein Ort, an welchem der gelernte Maschineningenieur seine Grenzen auslotet.

Wer mit Beat Christen spricht, merkt schnell: Wasser ist für den 55-Jährigen mehr als ein Element. Es ist Lebensraum, Leidenschaft und ein Ort, an welchem der gelernte Maschineningenieur seine Grenzen auslotet.

Beat Christen ist tief verwurzelt in der Welt des Tauchens. Neben seiner Funktion als Chef Bevölkerungsschutz der Stadt Sempach, engagiert er sich als Vorstandsmitglied der SLRG Sempachersee, als technischer Leiter der Tauchsportgruppe Poseidon Luzern, und als Safety Officer bei Subspirit. Hauptberuflich jedoch arbeitet der leidenschaftliche Taucher als Leiter Technik & Immobilien bei der Collano AG in Sempach Station.

Seine Faszination begann früh. «Ich war schon immer wasserbegeistert», erzählt Beat Christen. Die Unterwasserwelt habe ihn seit jeher magisch angezogen. Im Oktober 1989 tauchte er zum ersten Mal im Vierwaldstättersee ab – ein Erlebnis, das ihn nicht mehr losliess. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken und hin und wieder seine eigenen Grenzen auszuloten sei spannend und lehrreich zugleich. Welche Voraussetzung braucht es für das Tauchen? «Ein zentraler Punkt ist der Sicherheitsfaktor, es ist essenziell, dass man sein Material kennt und beherrscht», sagt der passionierte Taucher. Dazu kommt auch die Tauchtauglichkeit, die durch einen Arzt überprüft und bescheinigt wird.

Beim Verein Poseidon Luzern trägt Beat Christen als technischer Leiter die Verantwortung für alle technischen Belange. Gemeinsam mit erfahrenen Mitgliedern betreut er das Tauch- und Bergungsboot Kon‑Tiki und entwickelt Lösungen für Einsätze über und unter Wasser. Dabei gibt es immer wieder spannende Herausforderungen, die sie im Team meistern.

Mit Eistauchen Grenzen überwinden

Eine besondere Leidenschaft gilt dem Eistauchen. Jedoch kann man beim Eistauchen nicht einfach ins Wasser hüpfen und geniessen. Der Aufwand ist gross: Es müssen Einstiegslöcher in der richtigen Grösse und Anordnung gesägt werden. Diese Vorarbeit ist schweisstreibend bei meist tiefen Temperaturen unter dem Nullpunkt. Weiter ist die Logistik auf dem Eis aufwendig und es ist darauf zu achten, dass die nasse Ausrüstung nicht einfriert oder irgendwo festgefroren bleibt. Darüber hinaus ist die Sicherheit oberstes Gebot, die nach festen Vorgaben organisiert wird. So stehen immer Rettungstaucher für eine allfällige Hilfeleistung bereit und es wird mit Sicherungs- und Verbindungsleinen getaucht. Aber für diesen Aufwand wird man belohnt. Die Atmosphäre unter einer geschlossenen Eisdecke beschreibt Beat Christen als einmalig, ruhig und atemberaubend. Das Licht, das durch die Einstiegsöffnungen fällt, erinnere an eine Kathedrale. Der Sempacher schwärmt: «Eistauchen ist technisch anspruchsvoll und unglaublich faszinierend.»

Mit dem U-Boot untertauchen

Subspirit ist eine weitere Leidenschaft von Beat Christen. Als Safety Officer und U-Boot-Pilot bringt er Interessierten die Unterwasserwelt nah. Ursprünglich wurde das U-Boot P-63 für Unterwasserarbeiten und Inspektionen in Seen genutzt, jetzt ist es das einzige U-Boot mit kommerzieller Zulassung für Schweizer Seen. Bei seiner Generalüberholung im Jahr 2021 und Weiterentwicklung wurde es mit modernsten Systemen ausgestattet und steht nun der Öffentlichkeit für Tauchfahrten zur Verfügung. Mit dem U-Boot taucht man mit 30 Metern pro Minute in eine ganz andere Welt ab. Auch hier steht die Sicherheit über allem. Die Arbeit im Team, das Hinterfragen von Abläufen und die Weiterentwicklung der Prozesse gehören zu den Kernaufgaben eines Safety Officer. Diese Faszination für U-Boote ergänzt Beat Christens Leidenschaft für die Tiefe auf besondere Weise.

Für Sicherheit auf dem Sempachersee

Bei Veranstaltungen auf dem Sempachersee – etwa beim Sempachersee-Triathlon – ist Beat Christen sehr oft im Einsatz. Die Herausforderungen reichen von der Planung der Sicherheitsorganisation bis zur Koordination der 30 Rettungsschwimmer und Rettungsboote. Wichtig sei, dass man den Überblick behalte und im Ernstfall schnell handle. Die grösste Gefahr beim Triathlon sei zum Beispiel das lautlose Ertrinken, aber auch Erschöpfung und Krämpfe können kritisch werden.

Sein eindrücklichstes Erlebnis unter Wasser? «Die Begegnung mit einer Gruppe von etwa 15 Hammerhaien.» Auge in Auge mit diesen majestätischen Tieren zu schweben, sei unvergesslich gewesen, erzählt er. Doch auch Luftblasen unter einer Eisdecke, das Schweben entlang einer bis zu 150 Meter tiefen Felswand oder das Entdecken eines alten Wracks gehören zu den Momenten, die ihn immer wieder zurück in die Tiefe ziehen.

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