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Farbenfrohes Klangbild gemalt

Ramon Wolf 21. Januar 2026

An ihrem Jahreskonzert unter dem Motto «Klangfarben» vertonte die Musikgesellschaft blaue Himmel, schwarze Amseln und scharlachrote Liebesgeständnisse. 

An ihrem Jahreskonzert unter dem Motto «Klangfarben» vertonte die Musikgesellschaft blaue Himmel, schwarze Amseln und scharlachrote Liebesgeständnisse. 

Nicht nur die gemalte Kunst kennt Farben, sondern auch die Musik nutzt diese immer wieder in ihrem Schaffen. So setzte die Hildisrieder Musikgesellschaft für einmal den Fokus genau darauf und lud am vergangenen Wochenende zu ihrem Jahreskonzert unter dem Motto «Klangfarben». Dieses zeichnete sich nicht nur am bunten Flyer und der farbigen Beleuchtung in der Halle Inpuls ab, sondern auch die Stückauswahl sprach bereits eine eindeutige Sprache. 

Bestes Hildisrieder Wetter

Als Einstieg in den farbenfrohen Konzertabend gab die Beginners Band Hildisrieden-Rain einige bekannte Melodien zum Besten, bevor anschliessend die Gastgeber des Abends unter den mächtigen Klängen von «Emerald heritage» inklusive Glockengeläut und sattem Schlusston die Bühne betraten. Als Dirigent stand Roland «Role» Fröscher vor ihnen, der die Musikgesellschaft, die sich aktuell noch mitten in der Dirigentensuche befindet, als Projektdirigent durchs Jahreskonzert führte. Auf die musikalische Eröffnung durch die Musikantinnen und Musikanten folgte die Begrüssung durch Moderator Markus Estermann, der – mit grauer Fliege und blauem Einstecktuch – gekonnt zum nächsten Stück «Blue & gray» überleitete: «Wobei blau und grau nicht dem Wetter in Hildisrieden mit seinen sonnigen Aussichten entspricht!» Dies sei beim Folgestück «Stål Himmel», übersetzt «stahlblauer Himmel», von Alan Fernie wohl schon eher der Fall, wurde geschmunzelt. Es vertonte die friedliche Ruhe eines Sonnenaufgangs über einem Nebelmeer eindrücklich.

Virtuoses Solo

Nach der Ansprache von Präsident Peter Estermann erklangen in der Inpuls-Halle die «Blue bells of Scotland». Bei dessen Auswahl habe man sich gefragt «Wo ‘max’ no es Solo liide?», wobei sich die Auswahl des Solisten sogleich erübrigt habe, scherzte Estermann, der dieses Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum als Moderator des MGH-Hauses feiern durfte. Auch der Solist, Alexander alias Max Troxler, konnte heuer jubilieren. Vor 35 Jahren gab er sein erstes Posaunen-Solo auf den Hildisrieder Brettern zum Besten, heute zelebrierte er dies beeindruckend mit einem ausgiebigen und technisch anspruchsvollen Solo erneut.  Auf die blauen Glocken folgte das «Red shield» von Henry Charles Goffin, sinngemäss für den roten Badge der Heilsarmee, den Goffin als Heilsarmee-Offizier bestens kannte.

Eingängige Songs

Nach der Pause sorgte das «Blackbird special» der Dirty Dozen Brass Band für Furore, denn die Musikantinnen und Musikanten spielten keineswegs in gewöhnlicher Formation, sondern präsentierten nach dem Einlaufen registerweise ihre musikalischen Einsätze. Ebenso bewiesen Lian Wolf und Oliver Schneider in «Blue sleeve step» solistisch ihr musikalisches Können. 

Die zweite Konzerthälfte war nachfolgend Pop-geprägt und farbenreich: Coldplays «Yellow», Michael Jacksons «Black or white» sowie Marco Borsatos «Rood», niederländisch für rot. In letzterem Stück begeisterte zudem die Perkussionistin Amélie Dubs, eine der jüngsten Musikantinnen und Musikanten der MGH, mit einer rasanten Xylophon-Einlage. Und auch die Zugaben waren ebenso eingängig: Im Patent-Ochsner-Klassiker «Scharlachrot» legte die Musikgesellschaft sogar kurz die Instrumente weg und gab eine Gesangseinlage. Und mit einem ganzen, farbenfrohen Strauss «Tulpen aus Amsterdam» verabschiedete sich die Musikgesellschaft Hildisrieden.