Die Rubrik «Heute vor ...» berichtet wortwörtlich, wie es damals in dieser Zeitung stand. Heute vor 100 Jahren beschäftigten die Wochen als Sanitätssoldaten in Glarus.
100 Jahren – 1926
Eich (Einges. ) Soldatenleben u. Festzeit. Seit dem 10. Mai ist in Glarus reges Leben entstanden. Viele zogen mit Freuden hin in das frische Bergtal, doch das Wechseln der Kleider liess manchem einen Gedanken aufgehen und gerne wäre man lieber retour gezogen. Die erste Woche war ein Hin- und Herschieben, ein Fassen, Wechseln sowie Kennenlernen von Offizieren und Kameraden. Die zweite Woche brachte viel Neues, nur kein schönes Wetter, was uns sehr in Traurigkeit versetzte. Auch die Schweisstropfen blieben uns nicht erspart. Die dritte Woche bekamen wir anfangs so recht Einsicht, in die Arbeiten und Pflichten eines treuen Sanitätssoldaten. Dem Sonntag wurde mit Freude entgegen gesehen. Besonders der Ruhe halber und dazu war ja noch das grosse Metzgerfest, wobei die mächtige, schöne Festhalle in Bewegung gesetzt wurde. Am Mittwoch hatten wir einen grossen Fussmarsch. Die grossen Schneefelder und das Besteigen der hohen Schneeberge kamen den etwa 30 Luzernern etwas ungewohnt vor und mancher wünschte sich in tiefem Augenblicke hinter die Heugabel oder hinter den heimatlichen «Fünfi»-Tisch. Das Ende der Woche brachte keine grosse Freude, da uns der versprochene Urlaub, infolge Krankheiten etc. verschoben werden musste. Der Hauptfesttag des schönen Sängerfestes war leider wieder regnerisch, doch der Besuch war überaus gross und viele mussten infolge Platzmangel ihren Durst aus der freien Gottesnaturquelle löschen, wie es oft im Soldatenleben auch vorkommt.
