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Neuenkirch

Kicken zwischen Kuhfladen und Sägemehl

Matteo Hug 29. Juni 2026

Am 3. und 4. Juli verwandelt sich die Wiese unter dem Neuenkircher Schützenhaus in ein Fuss- und Volleyballfeld. Die Schlochthüüler organisieren das «Chuefladegrömpu» zum ersten Mal.

Am 3. und 4. Juli verwandelt sich die Wiese unter dem Neuenkircher Schützenhaus in ein Fuss- und Volleyballfeld. Die Schlochthüüler organisieren das «Chuefladegrömpu» zum ersten Mal.

«Das Turnier ist legendär», meint Fabian Peter, Präsident der Schlochthüüler. In den letzten Jahren stand er für die Mannschaft seiner Guuggenmusik zwischen den Pfosten. «Wir Hüüler waren oft siegreich auf dem Platz – und noch öfter die Letzten an der Bar.» Heuer organisieren die Musikantinnen und Musikanten das Turnier selbst.

2008 trug der Verein Plan_B das «Chuefladegrömpu» erstmals aus. Gekickt wurde nicht auf dem Sportplatz, sondern auf der Kuhweide. «Dorffussball pur.» Nach 16 Austragungen wollte der Verein das Turnier an den Nagel hängen – die Schlochthüüler hatten andere Pläne: «Als Stammgäste und mehrfache Titelträger müssen wir die Tradition weiterführen», sagt Fabian Peter. «Für uns ist das Grömpu stemmbar.» Schliesslich organisiert die grösste Neuenkircher Guugge keinen eigenen Fasnachtsball.

«Die Wiese ist sauber»

Bis anhin fand das Turnier jeweils auf Werligen statt – neu rund um das Neuenkircher Schützenhaus. Ausgetragen werden am Freitag und Samstag jeweils ein separates Fussball- und Volleyball-Turnier. Erst gibt es eine Gruppenphase, dann K.-o.-Spiele. Die zwei Volleyballfelder werden mit Sägemehl präpariert. In Kuhfladen werden aber auch Fussballerinnen und Fussballer nicht treten. «Die Wiese ist sauber und gut gepflegt», versichert Fabian Peter. Beim Volleyball stehen je vier Spielerinnen und Spieler auf dem Feld. Fünf gegen fünf beim Fussball. Stollenschuhe sind dabei verboten, Schienbeinschoner obligatorisch – schliesslich soll die Verletzungsgefahr am «Grömpu» möglichst klein bleiben. Die Teams sind gemischt und eine bewährte Regel hat Bestand: «Frauentore zählen doppelt.»

Guuggen spielen vorn mit

Neuer Austragungsort – breites Teilnehmerfeld: Bereits im Mai war das Fussballturnier vom Samstag ausgebucht. «Durch unsere Fasnachtskontakte stellen dieses Jahr besonders viele befreundete Guuggenmusiken Mannschaften», erklärt der oberste Schlochthüüler. Etwa der Lokalrivale «FC Chöbler» und die Märebrätscher und die Bäribrommer aus Sempach.

Die Schlochthüüler selbst sind mit einem Fussball- und zwei Volleyballteams vertreten. Gefahr von Wettbewerbsverzerrung bestehe jedoch nicht: «Externe Unparteiische stehen auf dem Platz.» Ohnehin stehe der Spass beim Turnier an erster Stelle. Dennoch: Die Schlochthüüler haben hohe Ambitionen und eine offene Rechnung: «Der NSV hat uns letztes Jahr im Fussball-Final besiegt», erinnert sich Fabian Peter. Die Niederlage schmerzt bis heute: «Von einem Ausschluss vom Turnier haben wir nun jedoch abgesehen», sagt der Präsident augenzwinkernd.

Milchkannen-Pokal ist Geschichte

«Auch wenn man selbst nicht auf dem Platz steht: Es lohnt sich, vorbeizukommen», meint Fabian Peter. Für ein Feierabendbier in gemütlicher Runde – an verschiedenen Bars und Essensständen können sich Besucherinnen und Besucher erfrischen und verköstigen. Im Festzelt sorgt die Bläser-Formation Bierguine für Stimmung und eine Hüpfburg steht bereit.

Fabian Peter selbst sitzt am Wochenende hinter dem Speaker-Pult. Die Ansagen werden bis spät in die Nacht dauern: «Der Fussball-Final ist auf 9 Uhr abends angesetzt.» In der Vergangenheit wurde den Gewinnerteams als Wanderpokal – passend zur Kuhweide – jeweils eine Milchkanne überreicht. Für den Neustart steht nun eine neue Trophäe bereit. «Wie genau diese aussieht, bleibt jedoch bis zum Endspiel eine Überraschung.»

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