«Was ist dein Traum?», fragte Louis Palmer in eine gespannte Runde 5. und 6. Klassen. Auch er selbst hatte seinerzeit – im selben Alter wie sein heutiges Publikum – einen Traum, und diesen verfolgt der 55-Jährige bis heute: «Ich will die Welt bereisen, am besten mit einem Solarauto». Gesagt, getan – trotz des einen oder anderen «Louis, du spinnst doch» seiner Kollegen. Auf seinen Reisen durch die Welt, mit Velo, Auto und kleinem Motorflugzeug, lernte er alles, was er brauchte, um seine Vision eines weltreisetüchtigen Solartaxis zu verwirklichen: nicht aufgeben, um Hilfe fragen und Kreativität. Dazu munterte er auch die Primarschülerinnen und -schüler auf: «Damit werden auch eure Träume wahr!» Mit seinem von Sonnenenergie betriebenen «Taxi», das dank verschiedener Ideen entwickelt und finanziert wurde, konnte Palmer nicht nur seinen eigenen Wunsch erfüllen, sondern auch weltweit Aufmerksamkeit für die Dringlichkeit des Klimawandel-Problems und der damit verbundenen Bedeutung der Solarenergie generieren. Denn nicht nur die Medien wurden neugierig auf Palmers Projekt, sondern auch allerhand Staatsoberhäupter und Institutionsrepräsentanten, wie der damalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, stiessen bei einer Fahrt im Solartaxi dazu. Das machte auch bei den Klassen Eindruck, wie sie im Nachgang betonten: «Beeindruckend war, dass so viele Präsidenten im Solarauto sassen.»
Kreative Lösungen gesucht
Aus diesem Erfolg entstand bei Louis Palmer die Idee des Solar Butterflys – einem umgebauten Wohnwagen, bei dem Solarzellen den Strom für sein Zug-Elektrofahrzeug erzeugen. Damit machte er sich ab März 2021 während einer vierjährigen Weltreise auf die Suche nach kreativen Lösungen für das weltweite Klimaproblem. Einige davon präsentierte Palmer seinem Publikum, wie etwa die finnische Sandbatterie zur Wärmespeicherung, rezyklierbare Kleider oder eine Suchmaschine, mit der dank jeder Suchanfrage die Aufforstung von Wäldern unterstützt wird. Mit einigen davon stiess Palmer bei der Schülerschaft sogleich auf offene Ohren: «Ich fand es richtig cool, dass Louis Palmer uns eine Such-App namens ‘Ecosia’ gezeigt hat. Seitdem ich diese App kenne, benutze ich nur noch diese anstatt Google.»
Auf dem Schulhausplatz gelandet
Den Solar Butterfly gab es im zweiten Teil des Vormittags auf dem Schulhausplatz auch gleich in Action zu bestaunen. Vor rund zwei Wochen kam er aus dem Amazonasgebiet zurück: «Wenn ihr also noch etwas Staub am Butterfly findet, ist der noch frisch aus Südamerika», meinte Louis Palmer mit einem Augenzwinkern. Der grosse, schwarze Anhänger mit Kugelaugen, Fühlern und Solar-Flügeln, in dem unterwegs gereist, gelebt und geforscht wurde, machte bei den Klassen Eindruck, und besonders das Solartaxi der ersten Weltreise, das auch im Butterfly verstaut war, fand bei den Schülerinnen und Schülern grossen Anklang. Einzig der Anhänger mit den Solarzellen des Taxis habe gefehlt, meinte jemand aus der 5. Klasse folgerichtig: «Ich hätte es noch cool gefunden, wenn der Solar-Anhänger vom Solartaxi dabei gewesen wäre, denn ohne den Anhänger wäre das Solartaxi ja nur ein stinknormales Taxi.»
Rätsel ums Klima
Nebst dem Solar Butterfly an sich warteten verschiedene Informationstafeln zu den im Referat angetönten Klimaproblemen und möglichen Lösungen. Dabei regten Wissens- und Schätzfragen zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit dem Thema an: «Ist eine Wärmepumpe oder eine Erdölheizung günstiger für ein Einfamilienhaus?», «Wie viel kostet dich ein Auto pro Jahr ungefähr, wenn du jährlich 10’000 Kilometer fährst?» oder «Was passiert, wenn das Klima sich wandelt?». So wurde nicht nur der Klimawandel unter die Lupe genommen, sondern dieser auch mit alltäglichen Themen verbunden. Zudem liesse sich dies gut mit dem stufenübergreifenden «Natur, Mensch, Gesellschaft»-Thema der Umwelt und möglichen Naturkatastrophen verbinden, unterstrich man in der Lehrerschaft.
Der Zwischenhalt des Solar Butterflys auf seiner Reise um die Welt in grosser Mission und die Arbeit von Louis Palmer und seinem Team hinterliessen bei den Schülerinnen und Schülern grossen Eindruck: «Ich finde es toll, dass Louis Palmer und andere Menschen sich so anstrengen, um die Welt zu schützen.» Bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass dieser Eindruck so nachhaltig bleibt, wie der Butterfly selbst.





