Am letzten Freitagabend haben die Sempacher Sekundarschülerinnen und ‑schüler der 3. Sekundarstufe ihre Abschlussprojekte ausgestellt. Mit ihren Projekten haben die 42 Lernenden vor gut einem halben Jahr angefangen. Nach vielen Wochen der Planung und der Umsetzung war es dann so weit: Die Schülerinnen und Schüler durften ihre Werke der Lehrerschaft tagsüber präsentieren und anschliessend mit einer Ausstellung ihrer Familie, der Verwandtschaft und Interessierten vorstellen. Die Besuchenden erschienen abends zahlreich in der Schule Sempach, um die unterschiedlichsten Projekte der Lernenden zu bestaunen. Begrüsst wurde man als Erstes direkt vom scheinbar grössten Projekt des Schülers Lino. Er stellte draussen vor dem Eingang der Schule seinen selbst gefertigten Spanferkelgrill aus. Weil sein Onkel einen sehr alten und instabilen Spanferkelgrill besass, entschloss sich der Sekundarschüler dazu, einen neuen zu bauen. Dafür informierte er sich online und entwickelte sein Projekt anhand verschiedener Varianten, um das bestmögliche Ergebnis zu erlangen. «Ich war sehr motiviert, meine Idee umzusetzen, und es hat auch sehr viel Spass gemacht. Jetzt bin ich stolz darauf, dass ich einen funktionstüchtigen Grill gebaut habe», sagt Lino. Diesen Sommer will er ihn dann benutzen.
Projekte aus Holz
Lino und viele seiner Mitschülerinnen arbeiteten für ihre Projektarbeit auch oft während der Ferien oder an den Wochenenden, um ihre Idee entsprechend umsetzen zu können. So etwa auch Larissa. Sie hat eine grosse Outdoorlounge aus rund neun Europaletten gebaut, welche im Garten ihrer Eltern auch als Sichtschutz dienen soll. Ausserdem sind in der breiten und hohen Rücksitz-Konstruktion Blumenkästen eingelassen, die als Dekoration dienen. «Ich wusste, ich will was mit Holz bauen, und ich bin sehr froh über das Ergebnis, denn ich hatte Zeitdruck. Jetzt bin ich mega stolz drauf», sagt Larissa. Die Sekundarschülerin war nicht die einzige, die während des Arbeitsprozesses auch Hürden zu bewältigen hatte. Aufgrund der Grösse ihrer Outdoorlounge benötigte Larissa einen grossen Bohraufsatz, den es aber nicht gibt. So musste sie von beiden Seiten bohren, um eine Gewindestange einsetzen zu können, die der Stabilität der Lounge diente. Dies gelang ihr aber sehr gut.
Viele Schülerinnen und Schüler bauten ein Projekt aus Holz, so auch Aline und Leonie. Beide erstellten ein Sofa und ein Bänkli aus Holz. Noah baute selbst ein Schachspiel, Leonie einen Makramee-Sessel und Luca eine Fassbar. Seine Eltern bewirtschaften einen Weinkeller, die Fassbar von Luca wird nun dort ihren Platz finden. Um sein Projekt umzusetzen, hat Luca geschreinert und geschweisst. «Es wurde manchmal ein wenig knifflig, aber das Schweissen ging meistens recht gut. Ich bin sehr stolz darauf, wie gut mir die Fassbar gelungen ist», sagt Luca. Gleich neben Luca hat Louis seine Kochinsel aus Holz ausgestellt. «Ich arbeite grundsätzlich gerne mit Holz und wollte einen Beistelltisch machen, den ich gut verwenden kann. Ich bin sehr stolz auf mich und zufrieden mit meiner Projektarbeit», sagt Louis. Bei der Umsetzung seines Projekts konnte Louis auf die Erfahrung seines Grossvaters zurückgreifen, der selbst Schreiner gelernt hatte. Dadurch ist ein Beistelltisch mit ausklappbarer Fläche entstanden, die hervorragend dazu dient, dort mehr Platz zu schaffen, wo es eigentlich keinen mehr gibt.
Musikalische Projekte
Noch viele weitere Projekte stellten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe in Sempach aus. Darunter ein Schminktisch, ein Billardtisch, ein selbstgeschriebenes Buch, Kunst mit Graffiti und vieles mehr wie etwa eine Ciftelia. Diese albanische Langhalslaute hat Drinor selbst gebaut. Wie man das macht, hat er sich online beigebracht, und auch der Rat seines Vaters hat ihm weitergeholfen. Auf der selbstgemachten Ciftelia von Drinor kann man sogar spielen, obwohl der Sekundarschüler das anfangs nicht gedacht hätte: «Es ist sehr schwierig, ein Instrument ohne Vorwissen selbst zu bauen. Meine macht zwar nicht ganz die richtigen Töne, aber ich freue mich sehr, dass man darauf spielen kann, denn ich wollte ein anspruchsvolles Projekt umsetzen, das mir auch Spass macht», sagt Drinor.
Ein weiteres musikalisches Projekt ist das von Ana: Sie hat ein Musikstück am Klavier selbst komponiert. «Musik ist für mich sehr wichtig, ich spiele schon lange Klavier und wollte endlich mal ein eigenes Stück schreiben, nachdem ich so viele von anderen gespielt habe», sagt Ana. Sie hat sich von ihren vielen Vorbildern inspirieren lassen, deren Musik sie selbst gerne hört. Sie sei sehr zufrieden mit ihrer Projektarbeit, «aber wenn ich heute neu anfangen würde, würde das Stück wohl ganz anders herauskommen», sagt Ana. Das sei aber auch gut so und künftig werden wohl noch viele weitere Musikstücke auf das erste folgen. Einige Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich für ihre Projektarbeit auch mit Stoff und nähten ihre eigene Kleidung. Zum Beispiel hat Jael einen Hoodie selbst gestaltet. «Meine Familie geht seit 1992 jedes Jahr an denselben Ort in die Skiferien, und weil ich was Kreatives machen wollte, habe ich zum nächsten Jubiläum diesen Pulli gestaltet», sagt Jael. Auf dem schwarzen Pulli sind in Weiss Berge und Schriftzüge hinsichtlich des Skiorts für die Ferien zu sehen.
Die Projektausstellung der Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarstufe der Schule Sempach war der Abschluss eines erfolgreichen und ereignisreichen Tages.







