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Sempach

Littering: «Problematik wird im Alltag oft unterschätzt»

Stefanie Zumbach 27. Juni 2026

Überdimensionale Zigarettenstummel aus Holz und Plakate mit der Aufschrift «Giftig und aus Plastik» sollen in Sempach dazu führen, dass Personen Zigarettenstummel künftig fachgerecht entsorgen. Die Litteringkampagne läuft noch bis September und zeigt bereits jetzt Wirkung.

Überdimensionale Zigarettenstummel aus Holz und Plakate mit der Aufschrift «Giftig und aus Plastik» sollen in Sempach dazu führen, dass Personen Zigarettenstummel künftig fachgerecht entsorgen. Die Litteringkampagne läuft noch bis September und zeigt bereits jetzt Wirkung.

Seit gut einem Monat setzt die Stadt Sempach auf die Litteringkampagne «stop2drop», um das Wegwerfen von Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum zu reduzieren. Was die Kampagne, die noch drei Monate läuft, bisher bewirkt hat, zeigt sich im Gespräch mit Stephanie Muff, Sachbearbeiterin Raum, Umwelt und Energie der Stadt Sempach.

Stephanie Muff, wo werden in Sempach am meisten Zigarettenstummel einfach auf den Boden geworfen?

Besonders betroffen sind in Sempach Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten, beispielsweise die Seeallee, entlang des Seeufers, an Bushaltestellen, auf Spielplätzen sowie im Städtli. Zudem wird rund um Parkplätze und entlang öffentlicher Wege vermehrt Zigaretten-Littering festgestellt. Aus den Erfahrungen der vergangenen Clean-Up-Day-Sammelaktionen wissen wir, dass vor allem rund um Sitzgelegenheiten wie Bänke und Tische oder Treffpunkte viele Zigarettenstummel und andere Abfälle von Nikotinprodukten gefunden werden. Dabei hat sich gezeigt, dass Zigarettenstummel und andere Nikotinabfälle die mit Abstand häufigsten Littering-Abfälle in Sempach sind.

Besteht damit ein Zusammenhang mit den Standorten, wo die überdimensionalen Zigarettenstummel – eine Massnahme der Kampagne – jeweils stationiert sind?

Ja, die Standorte wurden bewusst gewählt. Die überdimensionalen Zigarettenstummel werden an Orten aufgestellt, an denen wir besonders häufig Zigarettenstummel und andere Nikotinabfälle finden. So können wir die Menschen direkt auf das Problem aufmerksam machen und sie dazu motivieren, Zigarettenstummel korrekt zu entsorgen.

Wo befinden sich die überdimensionalen Zigarettenstummel jetzt?

Aktuell befinden sich die riesigen Zigarettenstummel beim Löwendenkmal im Städtli und in der Seeallee. Der Standort beim Löwendenkmal ist Teil der Testphase 0 im Rahmen der Städtliaufwertung und in der Seeallee erfolgte eine leichte Verschiebung des bisherigen Standorts.

Wie hoch ist der Aufwand für die Gemeinde, weggeworfene Zigarettenstummel im öffentlichen Raum zu beseitigen?

Klar ist, dass die Beseitigung einen erheblichen personellen und finanziellen Aufwand verursacht. Zahlen dazu in der Schweiz liefert «stop2drop». Die Beseitigung weggeworfener Zigarettenstummel koste die Schweizer Gemeinden jährlich über 52 Millionen Franken.

Die «stop2drop»-Kampagne läuft nun seit über einem Monat. Was sollen die gesetzten Massnahmen der Kampagne bewirken?

Die Kampagne hat das Thema Zigaretten-Littering in Sempach sichtbarer gemacht und in der Bevölkerung mehr Aufmerksamkeit dafür geschaffen. Die bisherigen positiven Rückmeldungen und Reaktionen zeigen, dass das Thema viele Menschen beschäftigt und sich zahlreiche Personen am Zigaretten-Littering stören. Wir hoffen, dass die Massnahmen dazu beitragen, die Situation an den oben genannten Orten zu verbessern und die Umwelt, Tiere sowie letztlich auch die Menschen und Kinder vor den Folgen von Littering zu schützen.

Welche konkreten Ziele hat sich die Gemeinde mit der Teilnahme an der Kampagne gesetzt?

Ziel der Kommunikationskampagne ist es, die Bevölkerung für die Umweltschäden durch Zigaretten- und Nikotin-Littering zu sensibilisieren, die Ablehnung von Littering zu verstärken und Spielplätze rauchfrei und sauber zu gestalten und nachhaltig zu verbessern. Kinder sollen vor Passivrauch und Zigarettenstummeln geschützt werden.

Im Rahmen der Kampagne wurden auch alle Kinderspielplätze rauchfrei gestaltet. Wie kam das an?

Die rauchfreien Spielplätze wurden insgesamt positiv aufgenommen und es besteht viel Verständnis für diese Umsetzung. Sie tragen dazu bei, dass Kinder in einem saubereren und gesunden Umfeld spielen können, und stärken das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten vor Passivrauch. Kleinkinder könnten Zigarettenstummel in den Mund nehmen und sich daran vergiften. Schweizweit engagieren sich 37 Gemeinden im Rahmen der Kampagne, 24 davon haben bereits das Modul «Rauchfreie und saubere Spielplätze» umgesetzt.

Auf welche Resonanz stösst die Kampagne bisher bei der Bevölkerung?

Erste Rückmeldungen und Beobachtungen deuten darauf hin, dass das Thema aufgrund der Kampagne stärker wahrgenommen wird und mehr Aufmerksamkeit erhält, insbesondere auch im Zusammenhang mit rauchfreien Spielplätzen für Kinder. Die Kampagne wird von der Bevölkerung mehrheitlich positiv aufgenommen, soweit dies bisher rückgemeldet wurde. Einzig das Plakat beim Standort Seevogtei wurde beschädigt und musste deshalb entfernt werden.

Konkrete Ergebnisse gibt es aber noch keine, da die Kampagne erst seit einem Monat läuft. Ob die Kampagne bereits zu einer nachhaltigen Veränderung geführt hat, lässt sich bisher nicht abschliessend beurteilen. 

Inwiefern arbeiten Sie bezüglich der Kampagne auch mit Schulen, lokalen Vereinen oder Organisationen zusammen?

Dank der angenehmen Zusammenarbeit mit der Korporation Sempach konnten auch Standorte im Seeland, beispielsweise beim TCS Camping, beim Spielplatz sowie beim Restaurant/der Buvette, in die Kampagne einbezogen werden. Zudem wurden auf dem Schulareal der Schule Sempach entsprechende Plakate aufgestellt. Darüber hinaus organisiert die Jugendarbeit gemeinsam mit der Umwelt- und Energiekommission (UEK) und der SP Sempach auch in diesem Jahr den Clean-Up-Day am 19. September. Damit werden sowohl Jugendliche als auch die Sempacher Bevölkerung zusätzlich für die Problematik des Litterings sensibilisiert. Die Kampagne wird ausserdem von der UEK am Städtlimärt am 29. August präsentiert und so einem noch breiteren Publikum, darunter Besucherinnen und Besucher aus der Region und aus benachbarten Gemeinden, nähergebracht.

Wie gross schätzen Sie das Bewusstsein der Bevölkerung für die Umweltauswirkungen von Zigarettenstummeln ein?

Das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen von Zigarettenstummeln ist in der Bevölkerung grundsätzlich vorhanden, jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt. Viele Personen sind sich bewusst, dass Zigarettenfilter nicht einfach verrotten und die Umwelt belasten können. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Problematik im Alltag oft unterschätzt wird und Zigarettenstummel trotzdem noch häufig achtlos weggeworfen werden. Genau hier setzt die Kampagne an, um das Bewusstsein weiter zu stärken und die Auswirkungen sichtbarer zu machen.

Die Kampagne läuft noch bis Ende September. Was erhoffen Sie sich davon?

Die Plakate und Bankschilder der Kampagne wurden an zahlreichen Orten in der Stadt Sempach angebracht. Während der Kampagne bis in den Herbst hinein werden die Standorte gewechselt, um möglichst viele Personen zu erreichen. Ergänzend findet eine Sensibilisierung am Städtlimärt statt, verbunden mit der Abgabe von Flyern, Blumensamen und Taschenaschenbechern. Es wäre wünschenswert, dass die Kampagne wahrgenommen wird und das Verhalten aufgrund der vermittelten Informationen überdacht und langfristig positiv verändert wird. Zudem hoffen wir auf eine nachhaltige Wirkung, insbesondere, dass weniger Zigarettenstummel im öffentlichen Raum achtlos weggeworfen werden. Insgesamt soll die Kampagne dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität in Sempach zu verbessern und die Umwelt besser zu schützen.

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