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Nottwil

Querschnittgelähmte des Jahres

Schweizer Paraplegiker-Stiftung 13. September 2026

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung hat Ilaria Perren aus Bellinzona TI und Jérôme Bagnoud aus Chamoson VS als «Querschnittgelähmte des Jahres 2026» ausgezeichnet. Sie würdigt damit ihren langjährigen Einsatz für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen und eine inklusive Gesellschaft.

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung hat Ilaria Perren aus Bellinzona TI und Jérôme Bagnoud aus Chamoson VS als «Querschnittgelähmte des Jahres 2026» ausgezeichnet. Sie würdigt damit ihren langjährigen Einsatz für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen und eine inklusive Gesellschaft.

Die feierliche Ehrung fand am Samstag, 5. September, dem Internationalen Tag der Querschnittlähmung, in Nottwil statt. Knapp 100 Gäste nahmen am Anlass teil, darunter zahlreiche Personen aus dem Tessin und der französischsprachigen Schweiz. Die Luzerner Kantonsratspräsidentin Angela Lüthold-Sidler überbrachte als «höchste Luzernerin» eine Grussbotschaft. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung verlieh die Auszeichnung bereits zum 33. Mal.

Die beiden Geehrten wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr Barrieren den Alltag einschränken können. Beide setzen sich beharrlich dafür ein, diese abzubauen und anderen Betroffenen mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Ilaria Perren – Freiheit beginnt im Alltag

Die 52-jährige Ilaria Perren ist seit einem Unfall im Jahr 2004 querschnittgelähmt. Als sie ihre Tochter zur Schule begleiten wollte, stiess sie auf nicht zugängliche Trottoirs und Schulgebäude. Sie wandte sich an die Gemeinde und erreichte erste konkrete Verbesserungen. Daraus entwickelte sich ihr langjähriges Engagement für mehr Zugänglichkeit. Heute setzt sie sich im «Team Ticino Accessibile» gemeinsam mit fünf weiteren Frauen für den Abbau von Barrieren im Tessin ein. Beim «Gruppo Paraplegici Ticino» berät die gelernte Pflegefachfrau Mitglieder in sozialen und rechtlichen Fragen. Beruflich arbeitet sie auf der Intensivstation im Bereich der Qualitätssicherung. «Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig. Ich denke, je abhängiger man ist, desto schmerzhafter wird das Leben», sagt Ilaria Perren.

Jérôme Bagnoud – gemeinsam mehr bewirken

Der 62-jährige Jérôme Bagnoud ist seit einem Motorradunfall querschnittgelähmt. Anderen zu helfen, ist dem ausgebildeten Sozialpädagogen ein wichtiges Anliegen. Als Präsident des «Club en Fauteuil Roulant du Valais Romand» setzt er sich für die Rechte von Menschen mit Querschnittlähmung ein. Für mehr rollstuhlgängige Toiletten in öffentlichen Gebäuden entwickelte er beispielsweise einen Aktionsplan und brachte das Anliegen über eine Medienkonferenz sowie  Radio- und Fernsehinterviews an die Öffentlichkeit. Im Rollstuhlclub fördert Jérôme Bagnoud Begegnungen, gemeinsame Erlebnisse und gegenseitige Unterstützung. Dabei vertraut er auf die Gemeinschaft: «Ich glaube, gemeinsam sind wir stärker und bringen unsere Anliegen so voran.»

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