Die feierliche Ehrung fand am Samstag, 5. September, dem Internationalen Tag der Querschnittlähmung, in Nottwil statt. Knapp 100 Gäste nahmen am Anlass teil, darunter zahlreiche Personen aus dem Tessin und der französischsprachigen Schweiz. Die Luzerner Kantonsratspräsidentin Angela Lüthold-Sidler überbrachte als «höchste Luzernerin» eine Grussbotschaft. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung verlieh die Auszeichnung bereits zum 33. Mal.
Die beiden Geehrten wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr Barrieren den Alltag einschränken können. Beide setzen sich beharrlich dafür ein, diese abzubauen und anderen Betroffenen mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Ilaria Perren – Freiheit beginnt im Alltag
Die 52-jährige Ilaria Perren ist seit einem Unfall im Jahr 2004 querschnittgelähmt. Als sie ihre Tochter zur Schule begleiten wollte, stiess sie auf nicht zugängliche Trottoirs und Schulgebäude. Sie wandte sich an die Gemeinde und erreichte erste konkrete Verbesserungen. Daraus entwickelte sich ihr langjähriges Engagement für mehr Zugänglichkeit. Heute setzt sie sich im «Team Ticino Accessibile» gemeinsam mit fünf weiteren Frauen für den Abbau von Barrieren im Tessin ein. Beim «Gruppo Paraplegici Ticino» berät die gelernte Pflegefachfrau Mitglieder in sozialen und rechtlichen Fragen. Beruflich arbeitet sie auf der Intensivstation im Bereich der Qualitätssicherung. «Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig. Ich denke, je abhängiger man ist, desto schmerzhafter wird das Leben», sagt Ilaria Perren.
Jérôme Bagnoud – gemeinsam mehr bewirken
Der 62-jährige Jérôme Bagnoud ist seit einem Motorradunfall querschnittgelähmt. Anderen zu helfen, ist dem ausgebildeten Sozialpädagogen ein wichtiges Anliegen. Als Präsident des «Club en Fauteuil Roulant du Valais Romand» setzt er sich für die Rechte von Menschen mit Querschnittlähmung ein. Für mehr rollstuhlgängige Toiletten in öffentlichen Gebäuden entwickelte er beispielsweise einen Aktionsplan und brachte das Anliegen über eine Medienkonferenz sowie Radio- und Fernsehinterviews an die Öffentlichkeit. Im Rollstuhlclub fördert Jérôme Bagnoud Begegnungen, gemeinsame Erlebnisse und gegenseitige Unterstützung. Dabei vertraut er auf die Gemeinschaft: «Ich glaube, gemeinsam sind wir stärker und bringen unsere Anliegen so voran.»





