In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause stimmte ihr der Stadtrat zu. Bereits zuvor war das Echo aus den beiden Begleitgremien und der Bevölkerung äusserst positiv. Diese Lösungskombination wird bis Ende 2026 zu einem Vorprojekt weiterentwickelt. Im Frühling 2027 wird die Sempacher Bevölkerung über die Neugestaltung detailliert informiert. Der aktuelle Stand ist auf der Projektwebsite einsehbar.
«Weniger ist mehr»
Nach gut eineinhalb Jahren Planungsarbeit und intensivem Dialog mit Fachpersonen, der Sempacher Bevölkerung und dem Stadtrat konnte eine Kombination von Lösungsansätzen identifiziert werden, die auf grossen Anklang stösst. Sie erfüllt die Bedingungen der erforderlichen Revitalisierung und berücksichtigt zugleich die weiteren Vorgaben und Projekte in den angrenzenden Gebieten. Die wichtigsten Aspekte:
– «Weniger ist mehr»: Dieser Grundsatz gilt für den ganzen Uferbereich zwischen der Vogelwarte und dem Clubhaus des Seeclubs. In regelmässigen Abständen sind einfache Zugänge zum Wasser vorgesehen. Frei begehbare Flächen fördern vielseitige Nutzungen (z. B. Sport, Boule) und schaffen ein ausgewogenes Nebeneinander von Natur und Erholung. So wird auch verhindert, dass eine zweite Badi entsteht. Auf ergänzende Infrastrukturen wie Aussichtsturm oder Pavillon wird verzichtet.
– Für Erholungssuchende werden die Angebote räumlich konzentriert. Aktive Nutzungen – Wassersport oder Spiel- und Liegebereiche – sind unterhalb des heutigen Parkplatzes angesiedelt. Im Bereich der Festhalle kann man hingegen in Ruhe verweilen oder spazieren.
– Der ganze Uferweg wird hindernisfrei und mit Generationensitzbänken für Menschen jeden Alters gesäumt sein.
– In den Gebieten, in denen die Natur den Vorrang hat, werden grosse zusammenhängende Lebensräume geschaffen. Es entstehen vielfältige, arten- und strukturreiche Flächen. Die Besuchenden werden so gelenkt, dass sie die Pflanzen- und Tierwelt nicht stören und dennoch die Möglichkeit haben, diese zu beobachten. Interessierte finden Informationen zu den Lebensräumen und ihren «Bewohnenden».
– Die heutigen Schilfbestände werden nicht ausgeweitet. Die einzige Ausnahme bildet der Schilfbestand beim Seewasserwerk, wo der Uferweg über einen Steg übers Wasser führen wird und freie Sicht auf den See ermöglicht.
– Für die Nutzung des Seeufers werden klare Regeln formuliert und Lenkungsmassnahmen vorgesehen.
Eigene Projekt-Website
Die Beschreibung und der detaillierte Plan zur favorisierten Lösungskombination sind auf der Projekt-Website zu finden unter Phase 2.
Bis Ende 2026 werden vertiefte Abklärungen getroffen und die Planungsarbeiten so weit abgeschlossen, dass ein bewilligungsfähiges Vorprojekt vorliegt. Danach folgt die Erstellung der fürs Bewilligungsverfahren erforderlichen Berichte.
Im Frühling 2027 werden die Pläne und detaillierten Informationen der Sempacher Bevölkerung präsentiert.
Danach wird das Bau- und Auflageprojekt ausgearbeitet, mit dem Ziel, 2028 den Bewilligungsprozess zu durchlaufen. Läuft alles nach Plan, ist mit der Umsetzung am Seeufer zwischen der Vogelwarte und dem Clubhaus des Seeclubs ab 2029 zu rechnen.
Erste Tests im September
Bereits diesen September werden zwischen Vogelwarte und Seeclub die Bodenbeschaffenheit des Seeufers und des Seegrunds untersucht. Mit einem kleinen Bagger werden an verschiedenen Stellen Gruben ausgehoben und der Bodenaufbau dokumentiert. Die Gruben werden danach wieder gefüllt. An fünf Standorten werden zudem tieferliegende Schichten untersucht. Diese Arbeiten erfolgen am Ufer mit einem Mess-Lastwagen, und an drei weiteren Standorten im See selbst. Sie finden im September statt und dienen der verlässlichen Planung und Kostenschätzung der künftigen Neugestaltung des Seeufers.
Informationen zum Projekt: vif.lu.ch/seeufer_sempach
