Das Pfadihuus Neuenkirch, etwas ausserhalb der Gemeinde am Lippenrütiweg, bescherte seit seinem Bau vor rund 20 Jahren der heimischen Pfadi Wartensee, aber auch allerlei Externen schon zahlreiche schöne Stunden. Dass es damals gebaut werden konnte, sei eine glückliche Verkettung aus günstigen Umständen, schöner Zusammenarbeit und viel Wohlwollen gewesen, erinnert sich Markus Häfliger, Präsident des Vereins Pfadihuus, zurück: «Damals waren die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort.» Zu der schönen Geschichte des Hauses kommt nun eine weitere Anekdote hinzu.
Grundsatz Nachhaltigkeit
Man habe schon länger überlegt, was man am Haus optimieren könnte, so Häfliger. Eine der Herausforderungen dabei: Das Pfadihuus verfügt zwar über keine Heizung, dafür über Infrarot-Paneele, die im Winter in den Räumlichkeiten eine gewisse Grundtemperatur schaffen. Diese verbrauchen dementsprechend im Winter schon etwas Strom. So lag die Idee, das Pfadihuus-Dach mit einer PV-Anlage zu bestücken, schon bald auf der Hand. Zudem passen Pfadi und Photovoltaik aus Sicht von Markus Häfliger bestens zusammen: «Eine PV-Anlage entspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken, den die Pfadi in ihrem Grundwesen verfolgt, absolut.» Die ersten Pläne zum Projekt wurden wieder verworfen, letztes Jahr mit einer Arbeitsgruppe dann wieder aufgenommen.
Mit Video zum Glück
Kurz darauf kam der Zufall ins Spiel: Mit einem selbstgedrehten Video, in dem sie auf spielerische Weise aufzeigen, wie eine PV-Anlage ihren Pfadialltag verbessern würde – vom beschleunigten Abwasch über geladene Akkus für den Aufbau der Anlage bis zum Durchblick beim «Werwölfeln» –, nahm die Wölfli-Abteilung der Pfadi Wartensee an einem Wettbewerb teil. Dieser wurde von der Firma Siworks Solar mit der Pfadibewegung Schweiz (PBS) ausgeschrieben. Unter den besten Einsendungen wurde dabei eine PV-Anlage verlost – und die Pfadi Wartensee gewann prompt. So nahm das Projekt mit einem Schlag unverhofft Tempo auf. Nach einer raschen Planungsphase wurde die gewonnene Anlage noch um einige Quadratmeter auf die ganze Dachseite ergänzt und kurz darauf schon innert weniger Tage montiert. Heute kommt das Pfadihuus-Dach bereits stolz im neuen PV-Paneelen-Kleid daher.
Überschuss ans Altersheim
Da das Haus aber nicht ständig bewohnt ist und aufgrund seiner Einrichtung bis auf die Infrarot-Strahler nicht sehr viel Strom braucht, liefert die Anlage sogar mehr als im Pfadihuus überhaupt gebraucht wird. Um diesen Überschuss trotzdem noch sinnvoll nutzen zu können, sind beim Verein Pfadihuus bereits Pläne im Gange, per sogenannten virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) auch das gleich nebenan gelegene Wohn- und Pflegezentrum Lippenrüti mit Strom zu versorgen. «Bald schon sollten wir auch unsere Nachbarn mit Sonnenenergie beliefern können», meint Häfliger.
So wurde aus einem glücklichen Gewinn nicht nur eine Anschaffung, die sich selbst treu bleibt, sondern auch ein Projekt, das Nachhaltigkeit vom eigenen Dach in die Welt hinausträgt.
Heimat für Pfadi und viele Feiern
Das 2007 erbaute Pfadihuus Neuenkirch gehört dem gleichnamigen Verein mit rund 120 Mitgliedern. Ein sechsköpfiger Vorstand kümmert sich um die Vermietungen und den Unterhalt des Gebäudes. Nebst der Pfadi Wartensee als Hauptnutzer kann das Haus von Privatpersonen, Vereinen und Firmen gemietet werden.
Infos unter www.pfadihuus.ch
