Manchmal muss man die Dinge selbst an die Hand nehmen. So etwa sahen das wohl auch die neun Neuenkircherinnen, als sie 1995 mit der Planung einer gemeindeeigenen Ludothek begannen. «Damals bestand noch kein solches Angebot. So entstand der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen, das den eigenen Kindern sowie anderen Familien zugutekommen sollte», erzählt die aktuelle Ludothek-Präsidentin Viviane Bürgler. Bei der Gründung war sie selbst noch nicht Teil, stiess aber im Jahr 2008 zur Gruppe. Gründungsmitglied Rita Obergfell sei jedoch noch immer aktiv, erzählt Bürgler.
Umzüge schaffen Platz
Bei der Eröffnung der Ludothek im April 1996, vor 30 Jahren, war man noch in anderen Räumlichkeiten zu Gast: im Estrich des Mehrzweckgebäudes am Gärtnerweg. Platz habe man dort viel gehabt, erinnert sich Bürgler. Das vorhandene Spielmaterial und der Fuhrpark mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln konnten in ihrer Gänze ausgebreitet werden: «Aber der Abstieg durch die ziemlich steile Treppe war zu gefährlich – vor allem beim Herabsteigen mit den grossen Fahrzeugen in den Händen», meint Viviane Bürgler. Später durfte man sich in den Umkleideräumen beim heutigen Jugendtreff, einrichten. Dort war der Zugang zwar etwas sicherer, der Platz dafür etwas beschränkter. So war es für das Team der Ludothek eine grosse Freude, als man vor vier Jahren in die Zimmer direkt an der Hauptstrasse zügeln konnte – ein Glücksgriff, wie Bürgler meint. Man habe richtig gespürt, dass man für die Öffentlichkeit aufs Mal besser sichtbar sei.
Auf dem aktuellsten Stand bleiben
Mit den Räumlichkeiten wuchs auch das Angebot der Ludothek, von ein paar Hundert auf weit über tausend Artikel zum Spielen, Knobeln, Entdecken, Ausprobieren und Lernen. Es sei wichtig, dass Kinder lernen, sich selbst und sinnvoll zu beschäftigen, betont Präsidentin Bürgler: «Auch gewinnen und verlieren gehören dazu!» Dabei versuche man mit dem Angebot immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und den Kindern zeitgemässe Artikel zu bieten. Man habe sogar mal eine Nintendo-Konsole im Sortiment gehabt, doch diese sei einerseits bewusst, um vom Digitalen wegzukommen, andererseits auch aus finanziellen Gründen wieder abgeschafft worden. Letzteres, der finanzielle Rotstift, ist der Ludothek-Gruppe immerzu im Nacken: «Da wir nicht gewinnorientiert sind, müssen wir gut auf unsere Ausgaben achten. Deshalb sind wir froh, um alle freiwilligen Beiträge, mit denen wir neue Anschaffungen machen können», erklärt Viviane Bürgler. Durch den Flohmarkt, den die Ludothek jeweils regelmässig veranstaltet, erhalten sie zudem einen kleinen Zustupf in die Vereinskasse und die Möglichkeit, überalterte Spielzeuge weiterzugeben. Dadurch liegen auch organisatorische Anschaffungen, wie zum Beispiel das digitale Ausleihprogramm, ab und zu im Budget.
Fest in der Zirkusmanege
Nun, 30 Jahre nach der ersten Ludothek-Verleihe, wurde der runde Geburtstag auch gebührend gefeiert. Am vergangenen Samstag, 30. Mai, lud das 13-köpfige Team rund um die Ludothek Neuenkirch von 10 bis 16 Uhr zum grossen Kinderfest, ganz unter dem Motto «Zirkus». Dieses war nicht zuletzt dank der Beiträge zahlreicher grosszügiger Sponsoren möglich. «Wir freuen uns riesig, dass so viele Kinder und Eltern mit uns gefeiert haben. Auch viele, die vorher noch nie etwas mit der Ludothek zu tun hatten», betont Viviane Bürgler. Am Fest boten eine Zirkusmanege, Kinderschminken, eine Hüpfburg, ein Bällebad, eine Geschichte zum Live-Miterleben und vieles mehr beste Gelegenheit, sich auszutoben, neues Spielzeug auszuprobieren und die Ludothek besser kennenzulernen. Sodass in den Räumlichkeiten beim Gärtnerweg auch in den kommenden 30 Jahren noch fleissig gespielt wird.




