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Neuenkirch

«Für andere da zu sein, erlebe ich als bereichernd und erfüllend»

Stefan Kämpfen 23. Mai 2026

Margrit Riedweg, Sakristanin der Pfarrei Hellbühl, erreicht im Oktober dieses Jahres das Pensionsalter. Sie wird der Pfarrei aber weiterhin als Aushilfssakristanin zur Verfügung stehen. Die bisherige Aushilfe, Priska Schürmann-Frei, wird die frei gewordene Stelle übernehmen. Im Interview blickt Riedweg 29 Jahre zurück auf einen Beruf, den sie als Berufung empfindet.

Margrit Riedweg, Sakristanin der Pfarrei Hellbühl, erreicht im Oktober dieses Jahres das Pensionsalter. Sie wird der Pfarrei aber weiterhin als Aushilfssakristanin zur Verfügung stehen. Die bisherige Aushilfe, Priska Schürmann-Frei, wird die frei gewordene Stelle übernehmen. Im Interview blickt Riedweg 29 Jahre zurück auf einen Beruf, den sie als Berufung empfindet.

Margrit Riedweg, was hat Sie dazu bewegt, den Beruf der Sakristanin so lange auszuüben?

Ich bin in einer grossen Bauernfamilie aufgewachsen, in welcher der christliche Glaube eine zentrale Rolle spielte. Die christlichen Werte und das Vertrauen auf Gott wurden mir und meinen neun Geschwistern von unseren Eltern von klein auf vermittelt. Meinen Glauben und meine Spiritualität habe ich schon in meinem ersten Beruf als Krankenschwester als grosse Hilfe erlebt. So konnte ich oft auch in schwierigen Momenten Kraft und Vertrauen schöpfen. Später, inzwischen Familienfrau mit drei kleinen Kindern, wurde in Hellbühl die Stelle als Sakristanin frei. Intuitiv spürte ich, dass diese Aufgabe auf mich zugeschnitten war.

Was macht diesen Beruf so spannend?

Für mich ist mein Beruf deshalb so interessant und vielseitig, weil er mich täglich mit Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebenssituationen zusammenbringt. Ob bei einer Taufe, bei einer Hochzeit oder einem Trauerfall: Für andere da zu sein und ihnen zuzuhören, erlebe ich als sehr bereichernd und erfüllend. Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Herrichtung und Gestaltung unseres Kirchenraumes. Wer unser Gotteshaus besucht, soll sich willkommen, wohl und geborgen fühlen, eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen und zur Ruhe kommen können – im besten Fall die Gedanken ausschalten und sich im Herzen von Gottes Gegenwart berühren lassen. Es ist mir ein Herzensanliegen, spezielle Tage im Kirchenjahr hervorzuheben und so zu würdigen – sei es durch Blumen, Kerzenlicht oder ein passendes Wort. Ich freue mich, wenn sich die Besuchenden ansprechen und auf diese Weise stärken lassen. Zudem empfinde ich es als Privileg, dem Geschehen am Altar so nahe zu sein. Dass ich bei all dem gleichzeitig meinen Glauben leben kann, freut mich. Die Betreuung der Ministranten ist für mich eine Herzensangelegenheit. Die jungen Menschen für ihren Einsatz auszubilden, sie zu begleiten, von ihren Freuden und Sorgen zu hören, hält auch mich im Herzen jung. Das gute Einvernehmen und der Austausch mit den Priestern, aktuell mit Gregor Illi, schätze ich sehr.

Was sind Ihre schönsten Erinnerungen?

Es gibt viele schöne Erinnerungen, seien es tiefgehende Gespräche oder berührende Begegnungen. Auch gemeinsame Anlässe mit den Minis bereiteten immer wieder viel Freude. Die Vorbereitungen für Hochfeste wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten sind für alle Beteiligten sehr arbeitsintensiv. Aber nach dem Gottesdienst ist es jeweils schön, zu spüren, wie die Menschen sich ansprechen lassen und so neue Kraft für den Alltag tanken. Auch für mich ist der Gottesdienst immer wieder eine grosse Kraftquelle.

Was hat sich in den letzten 29 Jahren in diesem Beruf verändert? Was hat sich in der Kirche verändert?

Wie so vieles hat sich auch mein Berufsbild in den vergangenen 30 Jahren stark gewandelt. Die Digitalisierung hat längst Einzug in den kirchlichen Alltag gehalten und erfordert ein hohes Mass an Flexibilität. Durch den Neubau des Pfarreisaals ist mein Aufgabengebiet deutlich gewachsen. Das bringt auch eine gesteigerte Verantwortung mit sich.

Sie bleiben der Pfarrei Hellbühl und dem Pastoralraum Oberer Sempachersee als Aushilfssakristanin erhalten. Weshalb? Was sind Ihre weiteren Ziele und Wünsche?

Für mich war das Sakristanenamt nie nur Beruf, sondern Berufung. So bereitet es mir grosse Freude, weiterhin als Aushilfe tätig zu sein. Einen wunderbaren Ausgleich finde ich im Privaten: Einmal pro Woche hüten mein Mann und ich unsere Enkelkinder – eine Aufgabe, die uns unglaublich viel zurückgibt.

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