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Neuenkirch

Der Wilde Westen auf der Pfarreiheim-Bühne

Lukas Bucher 15. Mai 2026

Unter dem Motto «Goldrausch & Blechglanz» konzertierte die BBHN am vergangenen Wochenende im Pfarreiheim Neuenkirch. Gleichzeitig war es für den Dirigenten Manuel Imhof nach elf Jahren das letzte Konzert mit dem Ensemble.

Unter dem Motto «Goldrausch & Blechglanz» konzertierte die BBHN am vergangenen Wochenende im Pfarreiheim Neuenkirch. Gleichzeitig war es für den Dirigenten Manuel Imhof nach elf Jahren das letzte Konzert mit dem Ensemble.

Am 8. und 9. Mai verwandelte sich das Pfarreiheim Neuenkirch in eine stimmungsvolle Szenerie aus der Zeit der Pioniere und Cowboys. Die Brass Band Harmonie Neuenkirch lud zu einem Konzertabend ein, der sowohl musikalisch als auch emotional tiefe Spuren hinterliess. Für das Publikum war es eine Reise in die Weiten des Wilden Westens, für die Bandmitglieder jedoch war es ein ganz besonderer Wendepunkt: Es war das Abschiedskonzert ihres langjährigen Dirigenten Manuel Imhof. Nach elf Jahren gemeinsamer musikalischer Reise, geprägt von zahlreichen Wettbewerben, Konzerten und intensiver Probenarbeit, trat Manuel Imhof ein letztes Mal vor seine Band.

Von Entdeckern und Traditionen

Den Auftakt bildete die kraftvolle «American fanfare» von James M. Stephenson. Sofort wurde klar, dass die BBHN unter Imhofs Leitung zu einem Klangkörper gereift ist, der sowohl Brillanz als auch Volumen beherrscht. Es folgte «The pioneers» von Philip Sparke, ein Werk, das die Aufbruchstimmung und die unendliche Weite der Prärie musikalisch einfängt. Die Musikerinnen und Musiker verstanden es sehr gut, die Kontraste zwischen der harten Arbeit der Siedler und der Hoffnung auf ein besseres Leben darzustellen.

Ein früher Höhepunkt des Abends war «Shenandoah» (arr. Stephen Bulla). Hier brillierte Adriano Gärtner am Euphonium als Solist. Sein warmer, modulationsfähiger Ton füllte den Raum und verlieh dem sehnsüchtigen Volkslied eine zutiefst berührende Note. Die «Appalachian mountain folk song suite» von James Curnow bot daraufhin einen Einblick in die musikalischen Wurzeln Nordamerikas, bevor es mit «Somewhere out there» (James Horner) etwas moderner wurde. Den Abschluss des ersten Teils bildete der energetische «Hoe down» aus Aaron Coplands Ballett «Rodeo», der mit seinen peitschenden Rhythmen das Publikum förmlich in die Pause riss.

Hollywood-Glanz und Western-Klassiker

Der zweite Teil des Abends stand ganz im Zeichen der grossen Filmmusik. Den Auftakt machte das ikonische Thema aus «The magnificent 7» von Elmer Bernstein. Die Brass Band zeigte hier ihre ganze Power – präzise Fanfarenstösse und ein treibender Rhythmus liessen die glorreichen Sieben vor dem geistigen Auge vorbeireiten. In «Wild West!» wurden verschiedene Morricone-Themen verarbeitet, was die Band vor komplexe klangliche Herausforderungen stellte, die sie jedoch mit Bravour meisterte.

Besonders viel Applaus erntete Silvan Murer an der Bassposaune für sein Solo in «Wandrin’ star». Die tiefe, raue Stimme des Instruments passte perfekt zum Charakter des einsamen Wanderers. Mit dem mitreissenden «Oklahoma!» und dem nostalgischen «Theme from ‘Winnetou’» steuerte das Konzert auf seinen emotionalen Höhepunkt zu. Den offiziellen Schlusspunkt setzte der Marsch «Semper Fidelis» von John Philip Sousa – ein passendes Statement («Immer treu») zum Abschied eines Dirigenten, der die Band über ein Jahrzehnt geprägt hat. Zwei Zugaben waren mehr als verdient. Dass das letzte Werk des Abends mit «The fairest of the fair» ein Marsch von J. P. Sousa war, war natürlich kein Zufall. Denn Manuel Imhof erfüllte sich damit als bekennender Sousa-Anhänger selbst einen Wunsch. Was ihm alle im Saal natürlich nur allzu gerne nachsahen.

Ein würdiger Abschied

Im Gespräch mit den beiden Moderierenden Lea Geisseler und Björn Bucheli verriet der scheidende Dirigent, dass unter anderem die erfolgreichen Konzerte vor heimischem Publikum, die Vereinsreisen, die Kameradschaft im Korps, die tolle Zusammenarbeit auf allen Stufen und die Teilnahme an Musikwettbewerben zu seinen Highlights gehörten. Der grösste Erfolg war sicher der Sieg in der Kategorie Brass Band Elite-Klasse am Kantonal-Musikfest 2022 in Emmen. Präsident Marco Imfeld kam bei seiner Verabschiedung auf die herausragenden Eigenschaften von Manuel Imhof als Dirigent zu sprechen. Für ihn waren erstens die Kreativität und Begeisterungsfähigkeit, zweitens das Ausschöpfen des musikalischen Potenzials des Korps und drittens die Kollegialität, die Manuel Imhof vor- und mitgelebt hat, die Schlüssel zum Erfolg. Er sprach ihm die grosse Anerkennung des ganzen Vereins aus, übergab ihm eine «goldene Schallplatte» und ernannte ihn zum Ehrendirigenten. Am Ende des Abends blieb ein Gefühl der Dankbarkeit. Manuel Imhof hinterlässt eine Brass Band Harmonie Neuenkirch, die musikalisch gefestigt und voller Spielfreude in die Zukunft blickt. Der grosse Applaus war nicht nur der Lohn für ein exzellentes Konzert, sondern auch ein Dankeschön für elf Jahre Herzblut und Engagement.

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