Die Texte erzählen vom Abschiednehmen in all seinen Facetten: von tiefer Liebe und Sehnsucht, von Wut und Ratlosigkeit, aber auch von Erleichterung, Humor und der Kraft der Erinnerung. Literarische Stimmen treffen auf persönliche Beiträge aus Sempach. Da ist etwa die Tochter, die ihrem betagten Vater zuhört, und der Sohn, der den plötzlichen Tod seines Vaters erlebt und später beruflich mit «aussergewöhnlichen Todesfällen» zu tun hat. Auch die Trauer um ein Haustier oder die Frage, welche Dinge wir von Verstorbenen behalten, finden Platz. Nicht alle Antworten sind tröstlich; gerade das regt zum Nachdenken an.
Die Texte liest Martin Ostermeier, Schauspieler und Sprecher. Einem breiten Publikum ist er als eigenwilliger Gerichtsmediziner Dr. Alois Semmelweis aus der Schweizer Fernsehserie «Der Bestatter» bekannt.
Klänge zum Spüren
Zwischen den Texten schafft Melchior Brunner mit seiner Klanggestaltung Raum zum Nachspüren. Der ausgebildete Musiktherapeut begleitet unter anderem im Hospiz Zentralschweiz schwer kranke und sterbende Menschen mit Musik und Klängen. Dabei arbeitet er unter anderem mit dem Monochord, seiner Stimme und bewusst gesetzter Stille. Seine Klänge treten mit den Worten in einen behutsamen Dialog: Sie erklären nichts und müssen nichts beschönigen, sondern lassen das Gehörte nachklingen.
Die Kirche auf Kirchbühl mit ihren «Memento-mori»-Darstellungen, z. B. der Begegnung einer Lebenden- mit einer Totengruppe, bietet dafür einen besonderen Rahmen.
Der Anlass richtet sich an alle, die über Abschied, Vergänglichkeit und das Leben nachdenken möchten – tiefgründig und offen fürs Leben, durchaus auch mal mit einem Schmunzeln.
