Weshalb die beiden Hundenarren mit ihrer Schule von Ruswil in das Industrieviertel nach Sempach Station gezogen sind, hat durchaus einen berechtigten Grund, wie Fabienne Corchia-Müller erläutert: «Wir wollten etwas, das nahe an unserem Wohnort in Hellbühl ist, nur schon wegen unserer Kinder.» Dass der Standort an der Mettenwilstrasse der Industriezone 4 angehört, also einer kommunalen Baulandkategorie, die für lärmintensive und flächenintensive Unternehmen vorgesehen ist und sowohl tagsüber als auch nachts höchste Lärmimmissionen erlaubt, hätte hingegen für die Hundeschule-Betreiber keine Bewandtnis gehabt. « Wir sind sehr bestrebt, dass die Hunde nicht unnötig herumbellen und der Trainingsbetrieb möglichst ruhig abläuft» , erklärt Fabienne Corchia-Müller. Sie hätten in den vier Jahren, in denen sie ihre Hundeschule in einem Wohnquartier betrieben haben, nie eine Reklamation erhalten.
Auch Hunde, die andere ablehnen
Da das Baugesuch für die Umnutzung noch hängig ist, verfügt «Tutti Cani» zwar über einen vollumfänglichen Shop, aber noch nicht über Trainingsräumlichkeiten. Im Sommer kann das Ehepaar Corchia allerdings nach draussen ausweichen. Ihr Spezialgebiet seien verhaltensauffällige Hunde, die von den meisten Hundeschulen abgelehnt würden. «In den letzten 15 Jahren, in denen wir als Hundetrainer arbeiten, gab es noch nie einen Hund, den wir nicht erziehen konnten», sagt Fabienne Corchia-Müller. Sie würden auch Hunde vom Veterinärdienst übernehmen und sie seien befugt, Nationale Hundehalter-Brevet-Prüfungen abzunehmen. Diese sind im Kanton Luzern ab dem 1. Januar 2023 für alle Ersthundehaltenden sowie für jene, die einen Hund aus dem Ausland einführen, obligatorisch.
Angst vor Hundegebell
Besitzer des Grundstücks der Hundeschule «Tutti Cani» ist Peter Felder. Er befürworte die neuen Mieter. «Von mir aus passen sie gut zum neuen Standort. Auch von den Leuten aus dem Dorf habe ich bisher gute Rückmeldungen erhalten.» Ins gleiche Horn bläst auch Fabienne Corchia-Müller: «Wir hatten viele zufriedene Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür und konnten viele Neukunden gewinnen.» Obwohl die Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung da zu sein scheint, ging eine Einsprache gegen die Hundeschule ein. «Es wird immer Menschen geben, die Hunde nicht mögen oder die Angst davor haben, dass sie wegen Hundegebell in ihrer Ruhe gestört werden. Aber ich kann versichern, dass dies bei uns nicht der Fall sein wird.»
