Mit seinen rund 48 Metern Höhe prägt der Futtermühlenturm der Landi die Skyline von Sempach Station schon Jahrzehnte. Seit ein paar Wochen ziert das gewohnte Angesicht jedoch ein grossflächiges Fassadengerüst. Dieses mag zwar den Verdacht erwecken, dass Sanierungsarbeiten am Turm vorgenommen werden, doch wird ihm damit tatsächlich ein neues Gewand verpasst: Bis im bevorstehenden Sommer sollen rund 500 Solarpanels die Ost-, Süd- und Westseiten des Turms bekleiden. Auf die Ausrüstung der Nordseite wird aufgrund der physikalisch beschränkten Sonneneinstrahlung verzichtet.
Auf rund 25 Prozent erhöhen
An ihrem Standort in Sempach Station verbraucht die Landi-Genossenschaft aktuell über eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der grösste Teil davon schlägt für die Produktion der riesigen Mengen an Tierfutter, die vor Ort im Turm stattfindet, zu Buche. Aktuell können rund 18 Prozent dieses Bedarfs durch die bereits bestehenden Solaranlagen auf den Flachdächern des Ladengebäudes sowie der Tankstelle gedeckt werden. Im Gegensatz zu diesen horizontal ausgerichteten Modulen kann man bei den neuen vertikalen Panels an den Fassaden davon profitieren, dass sie auf den mittleren Sonnenstand im Frühling und Herbst ausgelegt sind. So ist eine durchgängige Stromproduktion abgedeckt. Mit Inbetriebnahme der neuen Photovoltaik-Fassade und deren zusätzlichen 150’000 kWh soll der aktuelle Prozentsatz zur Deckung des Eigenbedarfs von 18 Prozent auf rund einen Viertel erhöht werden können. Dies sei neben diversen Optimierungsmassnahmen ein weiterer Schritt, den betriebseigenen Energieverbrauch zu senken, erklärt Geschäftsführer der Landi Sempach-Emmen Peter Käch: «Dabei kann man bei zwei Hebeln ansetzen: weniger brauchen und mehr produzieren. Wir versuchen es bei beiden.»
Blendschutz geht vor
Mit der Realisierung des PV-Projekts verändert sich nicht nur der Stromhaushalt der Landi in Sempach Station, sondern auch das Erscheinungsbild des Produktionsturms. Der graue Beton und die weissen Blechelemente werden schon bald zu grossen Teilen von den schwarzen Modulen überdeckt. So wurden ausschliesslich blendarme Module sowie Ausführungen eingesetzt und entsprechende Gutachten eingeholt, um die Blendsicherheit für die direkt benachbarten Zuggleise, Strasse und Anwohner zu gewährleisten. «Diese Abklärungen haben viel Zeit beansprucht. Eigentlich wäre der Projektstart bereits im Herbst angedacht gewesen», so Käch. Doch nun steht der Umsetzung nichts mehr im Wege und der Gerüstaufzug transportiert schon bald Modul für Modul in die Höhe, weit über Sempach Station.

