Sie sind seit einigen Jahren Bestandteil des Narrenlaufens in Sursee am Schmutzigen Donnerstag, der Värslibrönzlete in Luzern am Freitag danach und beim Sprüchle am Güdismontag in Willisau. Zudem gestaltet urbi@orbi jeweils einen Fasnachtsgottesdienst in Sempach, am Sonntag, 8. Februar, und in St. Johannes in Luzern, am Sonntag, 15. Februar. Bis die Schnitzelbänke zur Aufführung gebracht werden können, braucht es eine seriöse Vorbereitung. Die drei Päpste im Interview:
Wie läuft die Vorbereitung ab?
Wir sammeln eigentlich das ganze Jahr Themen, von denen wir denken, dass sie an der Fasnacht noch aktuell sind und eine gewisse Sprengkraft haben. Im Dezember und Anfang Januar haben wir in unseren Schreibstuben (nebst den Adventsthemen, die Herbert und Franz als Pfarreileiter auch beschäftigen) Hochsaison. Wir teilen die Themen auf und jeder von uns macht einen Schnitzelbank daraus. Spätestens Anfang Januar feilen wir gemeinsam an den Pointen, bis wir mit dem Endresultat zufrieden sind.
Seid ihr euch immer einig, was lustig ist?
Wir drei haben meistens den gleichen Riecher für «fasnachtswürdige» Themen. Beim Ausformulieren ist es dann ein Prozess, bis wir uns übers Endprodukt einig sind. Grundsätzlich haben wir einen ähnlichen Humor, aber wir diskutieren viel über Details, bis wir das Gefühl haben, die Verse seien dicht und verständlich genug formuliert – und hätten eine lustige Pointe.
Wann seid ihr zufrieden mit euren Texten?
Wir schauen darauf, dass wir mit unseren Schnitzelbänken niemanden blossstellen oder auslachen. Es geht auch nicht darum, Persönlichkeiten zu verletzen. Die Texte sollten eine gewisse Schärfe haben. Wir möchten Begebenheiten aus der Politik, der Kirche oder überhaupt aus der Öffentlichkeit auf lustige Weise in Frage stellen oder auf den Arm nehmen. Es gibt Verse, die viele Lacher auslösen und andere, die durch ihre direkten Formulierungen verblüffen und zum Nachdenken anregen.
Was lösen die Schnitzelbänke, die ihr über die Kirche macht, aus?
Ja, wir befassen uns auf humoristische Weise mit Themen aus der Kirche, wie etwa das Zölibat oder die Ungleichbehandlung von Frauen. Das hat eine besondere Wirkung, weil zwei von uns (Herbert und Franz) selber für die Kirche arbeiten. Vielen Zuhörenden tut diese Selbstironie gut. Bei kirchlichen Themen ist es uns wichtig, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Lachen gehört zu einem Glauben, der im Leben verankert ist.
Auftritt im Fasnachtsgottesdienst in Sempach
Dieses Jahr werden die markigen Worte des Papsttrios urbi@orbi von fetzigen Melodien der Fasnachtsband Obacht begleitet.
Urbi@orbi freut sich, mit den Teilnehmenden zu feiern und zu lachen, auch wenn es auf der Welt nicht so viel zu lachen gibt. Aber Humor kann heilsam sein. Deshalb nehmen urbi@orbi wie gewohnt das aktuelle Weltgeschehen hoch und mahnen: Obacht! Die päpstlichen Denkanstösse und die Musik von Obacht sorgen für einen besonderen Gottesdienst.
Nach dem Gottesdienst gibts für alle, die kostümiert, geschminkt und ungeschminkt den Gottesdienst besuchen, einen heissen Apéro.

