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Rain

Barockmusik gegen garstiges Wetter

Margrit Leisibach Hausheer 31. Oktober 2026

Am vergangenen Sonntagabend lud der Verein Musica Sacra Rain zu einem stimmungsvollen Barockkonzert in die Pfarrkirche Rain ein. Unter dem Titel «Bach und seine Wegbereiter» entführten die Geigerin Agata Lazarczyk und der Organist sowie Cembalist David Erzberger das Publikum auf eine musikalische Reise durch das 17. und frühe 18. Jahrhundert.

Am vergangenen Sonntagabend lud der Verein Musica Sacra Rain zu einem stimmungsvollen Barockkonzert in die Pfarrkirche Rain ein. Unter dem Titel «Bach und seine Wegbereiter» entführten die Geigerin Agata Lazarczyk und der Organist sowie Cembalist David Erzberger das Publikum auf eine musikalische Reise durch das 17. und frühe 18. Jahrhundert.

Der Verein Musica Sacra Rain lud am letzten Oktobersonntag zum Barockkonzert in der warmen Pfarrkirche ein. Der Vereinspräsident Othmar Estermann begrüsste die Zuhörenden, die sich beim garstigen Wetter nach draussen gewagt hatten, um sich mit strahlenden Barockklängen zu beglücken. Und die Erwartungen, dies gleich vorneweg, wurden vollends erfüllt.

Die beiden hervorragenden Interpreten spannten einen musikalischen Bogen von der frühen Sonate Giovanni Battista Fontanas bis zu den Werken Johann Sebastian Bachs. Dabei konnten die Zuhörenden die Entwicklung der Geigensonate über rund hundert Jahre hinweg nachvollziehen.

Die ersten Werke erklangen von der Empore aus. Mit Andrea Gabrielis «Intonazione del settimo tono» für Orgel solo und Fontanas «Sonata quarta» rückte auch die auf 440 Hertz gestimmte Graf-Orgel der Pfarrkirche Rain in den Mittelpunkt. Ihre klanglichen Möglichkeiten kamen durch das Spiel des gebürtigen Berliners, der jetzt in Sachseln als Hauptorganist und Chorleiter wirkt, eindrucksvoll zur Geltung.

Eine Geigensonate bedeutete in dieser Zeit, dass auch ein Tasteninstrument, also eine Orgel oder ein Cembalo, mitspielt. Der Tastenspieler war damals und heute kreativ gefordert: Nur die Basslinie für die linke Hand ist notiert, die rechte Hand musste also auch in Rain von David Erzberger improvisatorisch ergänzt werden.

Für Georg Philipp Telemanns «Grave» aus der ersten Solofantasie wechselten die beiden Musizierenden in den Chorraum. Dort kam auch ein zweites Instrument zum Einsatz. Da das Cembalo auf den für die Barockzeit typischen Kammerton von 415 Hertz gestimmt war, griff Agata Lazarczyk zu einer weiteren dieser Stimmung angepassten Barockvioline mit Darmsaiten. Auch dieses 1785 gebaute Instrument überzeugte mit seinem warmen und runden Klang.

Bei den beiden Werken des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach, dem Schluss- und Höhepunkt des Konzerts, wurde der gesamte Cembalo-Part ausnotiert. Die Kompositionen bestehen aus drei gleichberechtigten Stimmen: der Geige, der rechten und der linken Hand des Cembalisten als dritte Stimme. Darum drängt sich das Cembalo sogar manchmal in den Vordergrund.

Einen «Bach» zum Schluss

Die gemeinsame Spielfreude der beiden Künstler war während des gesamten Konzerts spürbar. Kennengelernt hatten sich Agata Lazarczyk und David Erzberger vor rund zehn Jahren während ihres Musikstudiums. Seither musizieren sie regelmässig gemeinsam in verschiedenen Ensembles und besonders gerne als Duo.

Vor allem in Corellis Sonate op. 5 Nr. 10 wurde diese musikalische Verbundenheit eindrücklich sichtbar. In den getragenen Sätzen agierten die beiden nahezu atemgleich, während die schnellen Passagen durch technische Brillanz und hör- und sichtbare Freude am Musizieren begeisterten. Das Publikum dankte den Ausführenden am Ende mit lang anhaltendem Applaus.

Als Zugabe servierten die beiden Künstler noch einen «Bach» der etwas anderen Art als Schlusspunkt eines rundum gelungenen Konzertabends.

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