Es herrschte Grossandrang am Flughafen der «Fluggesellschaft FMG Hellbühl». Pünktlich hiess es einsteigen, die Sitzplätze einnehmen und sich anschnallen. Als im passend zum Motto Weltreise dekorierten Rösslisaal alles zum Abflug bereit war, übernahm der Chefpilot, der Dirigent der Feldmusik Hellbühl, Lorin Augsburger, die Leitung des Flugs um die Welt. Reisefreudig waren die rund 50 Musikantinnen und Musikanten in bunten Tenues aufmarschiert. Schwimmgürtel und weitere Utensilien deuteten auf eine unterhaltsame Flugreise hin.
Der erste Flug führte mit «Night in Havanna» von Lars Ericsen mit lebhaften, temporeichen und heissen Rhythmen in die Hauptstadt von Kuba. Dann ging es mit der Komposition «Moses and Ramses» von Satoshi Yagisawa weiter in den Nahen Osten. Dieses Stück wird die Feldmusik Hellbühl am Eidgenössischen Musikfest in Biel als Selbstwahlstück der Jury präsentieren. Eine besondere Herausforderung in diesem Werk seien die wechselnden Rhythmen, es brauche viel Luft und Disziplin der Musizierenden, so Lorin Augsburger. Mit prachtvollen Tönen präsentierte die Feldmusik diese Geschichte aus Ägypten. Ein kurzer Abstecher führte mit «Baba yetu» von Christopher Tin nach Afrika. Das gespielte Arrangement von Roland Smeets ging zu Herzen.
Höhepunkt ist Musikfest in Biel
Nun ergriff Cabin-Crew-Chef und Präsident Toni Muff das Mikrofon. Im Ausblick aufs Jahr 2026 erwähnte er als Höhepunkt den Besuch des Eidgenössischen Musikfestes in Biel. Am Freitag, 15. Mai, tritt die Feldmusik um 15.23 Uhr zur Parademusik an, um 18.35 spielt sie den Konzertmusikvortrag. Ein Vorbereitungskonzert für Biel findet am 29. April gemeinsam mit der Musikgesellschaft Emmen und der Feldmusik Rothenburg im Rösslisaal in Hellbühl statt.
Obwohl die Feldmusik Hellbühl mit 39 Jahren ein tiefes Durchschnittsalter der Mitglieder hat, durfte der Präsident Corinne von Burg an der Klarinette und Roger Süess am Timpani für 20 Jahre Mitgliedschaft gratulieren. Sie werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Bereits seit 40 Jahren sind Sabine Kilchmann, Querflöte und Yvonne Koch, Trompete, aktive Mitglieder der Feldmusik Hellbühl. Nach Dankesworten des Präsidenten an alle Beteiligten der Flugreise und an die charmante Ansagerin Cornelia Epp Bachmann ging es mit dem Werk «Arabian dances» von Brian Balmages auf die Arabische Halbinsel. Der Nebel auf der Bühne symbolisierte eine kalte Wüstennacht, zeigte die aufgehende Sonne an und der etwas spezielle Rhythmus erzählt vom Tag in der Wüste. Faszinierend, wie die Musikantinnen und Musikanten diese exotischen Töne und Rhythmen spielten und einen turbulenten Schlusspunkt setzten.
Schöne Walzerklänge und Balkan Party
Nach der Pause hiess es wieder anschnallen für den Weiterflug, der mit «Bonanza» nach Nevada, in den Vereinigten Staaten führte. Noch immer beliebt sind diese wunderschön gespielten Rhythmen aus den Westernserien der 70er Jahre. Dann führte die Reise nach China zu einer Flussfahrt entlang des 6300 Kilometer langen Flusses Yangtze. Den Namen des Flusses trägt auch die Komposition von Willi März, in der diese Flussreise von der Quelle im Tibet bis ins Ostchinesische Meer beschrieben wird. In Russland wurde die berühmte Komposition «Waltz No. 2» von Dmitri Schostakowitsch angesagt. Leider war kein Platz im Rösslisaal, um zu den schönen Walzerklängen mitzutanzen. Danach gab es eine Zwischenlandung. Der Komponist Thorsten Reinau liess sich für das Werk «Balkan party» inspirieren vom balkanischen Temperament. Mit feuriger und temperamentvoller Musik rissen die Musikantinnen und Musikanten das Publikum mit. In Frankreich spielte die Feldmusik «La vie en rose», das vielen noch bekannte Chanson von Edith Piaf hat Frank Bernards für Blasmusik arrangiert. Eine schöne Aufmunterung ans Publikum, das Leben durch eine rosarote Brille zu betrachten und das Leben nicht zu schwer zu nehmen.
Die farbige und sehr unterhaltsame Weltreise endete mit dem Klassiker «Hernando’s hideaway», der die Geschichte eines Gangsters erzählt und aus dem Musical «Pyjama party» stammt. Nach einer Zugabe folgte der obligate Schlussmarsch, der die musikalische Weltreise abrundete.

