Der Projektwettbewerb Kirchmatte, der von der Kirchgemeinde Neuenkirch in Auftrag gegeben wurde, hat einen eindeutigen Sieger hervorgebracht. Das Projekt «Dorfgeschichten» wurde von der Jury einstimmig zum Besten der insgesamt 17 eingereichten Projekte gewählt. Das Siegerprojekt stammt von Valentin Lang Architekt ETH sowie Eder Landschaftsarchitektur, beide aus Zürich. Begleitet und durchgeführt wurde der Projektwettbewerb vom Planungsbüro plan:team aus Luzern.
Ziel des Projektwettbewerbs war die bauliche Weiterentwicklung der Kirchmatte. Die Kirchmatte liegt mitten im Zentrum von Neuenkirch und ist für die Gemeinde ein identitätsstiftender Ort. Im Gebiet rund um die Pfarrkirche St. Ulrich, die sogenannte «liberale Käserei» und das Pfarrhaus sollen neue Räumlichkeiten für die Pfarrei sowie bezahlbarer Wohnraum entstehen. Gleichzeitig soll der heute primär als Parkplatz genutzte Kirchenplatz aufgewertet und teilweise begrünt werden.
Begrünt und zugänglich
Diese verschiedenen Anforderungen hat das Projekt «Dorfgeschichten» am besten erfüllt. Die Jury lobt das Projekt für die klare Anordnung der Bauten und Plätze sowie das geschickte Zusammenspiel aus geschützten Gebäuden, Neubauten und Freiräumen.
Das Siegerprojekt besticht insbesondere durch die Ausgestaltung des öffentlichen Raums, indem der heutige Kirchenplatz teilweise begrünt wird und zwischen Pfarrhaus und Käserei ein neuer Innenhof für die Quartierbevölkerung entsteht.
Beat Wolfisberg, Präsident des Kirchenrats, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: «Das Projekt ‘Dorfgeschichten’ überzeugt auf mehreren Ebenen. Nicht nur können wir mit dem Projekt den Raumbedarf der Pfarrei decken, sondern mit den Wohnungen für alle Generationen und den neuen Freiräumen entsteht für die ganze Gemeinde ein grosser Mehrwert an diesem bedeutsamen Ort.»

Zentrales Element des Siegerprojekts ist die Aufwertung des Kirchenplatzes zu einem neuen Dorftreffpunkt.
Visualisierung Valentin Lang Architekten, Eder Landschaftsarchitektur
Neue Wohnungen auf Kirchmatte
Das Siegerprojekt sieht drei Neubauten sowie den Umbau der liberalen Käserei vor. Im Norden des Kirchenplatzes wird ein Neubau erstellt, in welchem die Räumlichkeiten der Pfarrei untergebracht werden. Mit der Pfarrkirche St. Ulrich im Westen, dem Conventus im Osten und dem Neubau im Norden wird der Kirchenplatz klar gefasst und ist künftig als Platz deutlich wahrnehmbar. Neu gepflanzte Bäume, Sitzmöglichkeiten und Spielgeräte im östlichen Teil machen aus dem heutigen Parkplatz einen attraktiven Aufenthaltsort.
Südlich der Kirchmattstrasse sind zwei längliche, dreigeschossige Wohngebäude geplant, welche das Pfarrhaus und die Käserei umrahmen. Dadurch wird das Gebiet massvoll verdichtet. Gleichzeitig entsteht in der Mitte der Gebäude mit dem sogenannten «Wohnhof» ein weiterer begrünter Innenhof, der die Kirchmatte zusätzlich aufwertet. In den beiden Neubauten entstehen je neun Wohnungen mit 2.5 bis 4.5 Zimmer. In der umgebauten Käserei entstehen fünf weitere Wohnungen. Mit der bestehenden Wohnung im Pfarrhaus gibt es in diesem südlichen Teil der Kirchmatte künftig 24 Wohnungen.

Beschriftung: Zwischen Pfarrhaus, Käserei und den beiden neuen Wohngebäuden entsteht mit dem sogenannten «Wohnhof» ein begrünter Innenhof.
Visualisierung Valentin Lang Architekten, Eder Landschaftsarchitektur
Wie geht es weiter?
Die Fachjury empfiehlt mit der Veröffentlichung des Wettbewerbsergebnisses die Weiterbearbeitung des Projekts «Dorfgeschichten». Wie es im Wettbewerbsverfahren üblich ist, empfiehlt die Fachjury geringe Nachbesserungen am Siegerprojekt. Das überarbeitete Projekt bildet schliesslich die Grundlage für die Erarbeitung eines Gestaltungsplans für das Gebiet Kirchmatte. Dieser wiederum bildet die planungsrechtliche Grundlage für die Bebauung des Areals. Der Gestaltungsplan muss öffentlich aufgelegt und durch die Gemeinde genehmigt werden.
